Split-Leber-Transplantation für kranke Kinder

Split-Leber-Transplantation für kranke Kinder

Kinder: Neue Hoffnung bei Transplantationen (Foto: unsplash.com, Annie Spratt)

Neue Erkenntnisse durch Überprüfung der Registerdaten sollen Überlebenschancen verbessern

Baltimore – Die Überprüfung der Registerdaten von über 5.300 durchgeführten Lebertransplantationen bei Kindern in den USA, hat es Forschern von Johns Hopkins Medicine  ermöglicht, Patienten zu identifizieren, die am ehesten eine Split-Leber-Transplantation überleben werden. Dabei wird nur ein Teil des Organs transplantiert. Damit ließe sich auch die Zahl der verfügbaren Spenderorgane erhöhen.

Noch zielgenauer transplantieren

Split-Leber-Transplantationen werden laut Forschungsleiter Douglas Mogul seit fast 30 Jahren durchgeführt. Durch die Nutzung der natürlichen Struktur des Organs können Teile in der Größe von 35 bis 40 Prozent eingesetzt werden. Damit ist das Verfahren aufgrund der geringeren Körpergröße auch ideal für Kinder. Laut Mogul sollten mit einem Spenderorgan so zwei Transplantationen durchgeführt werden können.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Dorry Segev hat Mogul die in der Scientific Registry of Transplant Recipients  enthaltenen Daten von 5.345 Kindern ausgewertet, die zwischen März 2002 und Dezember 2015 in den USA eine erste Lebertransplantation erhalten hatten. Laut dem Forscher war bereits bekannt, dass Variablen wie das Alter des Spenders und die Todesursache gemeinsam mit dem Alter des Patienten einen Einfluss auf den medizinischen Behandlungserfolg haben können.

“Wissen wir mehr über diese Variablen und ihren Einfluss auf den Erfolg einer normalen Transplantation und im Vergleich zu einer Split-Leber-Transplantation, dann können mehr geteilte Organe transplantiert und jene Patienten identifiziert werden, die am besten auf eines der beiden Verfahren ansprechen.” Dadurch würden auch bessere Übereinstimmungen zwischen den Spenderorganen und den Patienten ermöglicht.

Variablen genau berücksichtigen

Mittels einer statistischen Analyse, die Variablen mit einem Ereignis oder Ergebnis in Beziehung setzt, wurden die zur Verfügung stehenden Daten ausgewertet. Von den 5.345 untersuchten Patientenakten entfielen rund 31 Prozent (1.694) auf eine Split-Leber-Transplantation. Rund 68 Prozent der Patienten, also 3.651, erhielten ein ganzes Organ.

Bei Split-Leber-Transplantationen bekamen die Patienten weniger wahrscheinlich das Organ eines anderen Kindes. Der Prozentsatz lag respektiv bei 59 zu 83 Prozent. Sie erhielten ihr Organ auch wahrscheinlicher von einem Spender zwischen 18 und 50 Jahren, also respektiv bei 38 zu 13 Prozent. Bei Split-Leber-Transplantationen war die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Spender an einem Sauerstoffmangel gelitten hatte. Wahrscheinlicher waren Spender mit einem Kopftrauma.

Hoffnung für schwerkranke Kinder

Oberflächlich betrachtet, scheint es den Forschern zufolge so zu sein, dass die erzielten Ergebnisse bei Split-Leber-Transplantationen schlechter waren. Nachdem die Daten jedoch in Hinblick auf das Spenderalter, das Gewicht des Empfängers, andere Gesundheitsprobleme des Patienten und den chirurgischen Ansatz hin bereinigt wurden, ergaben sich keine Unterschiede bei den beiden Transplantationsverfahren.

Noch wichtiger sei, dass jene Patientengruppen, die aufgrund bestimmter Charakteristiken über das höchste Gesamtrisiko einer Abstoßung verfügten, durch die Transplantation eines Teilorgans nicht weiter gefährdet wurden. Damit liege nahe, dass diese am schwersten erkrankten Kinder auch gute Kandidaten für eine Split-Leber-Transplantation sein können.

Bei Patienten mit unter zehn Kilogramm Gewicht war die Zahl der Abstoßungen höher. Empfänger, die zwischen zehn und 35 Kilogramm wogen, verfügten über ein geringeres Abstoßungsrisiko. Die Abstoßungsrate war jedoch bei der Transplantation einer geteilten Leber 1,46 Mal so hoch. Patienten in dieser Gewichtsklasse sollten daher eher ein ganzes Organ erhalten. Die Ergebnisse wurden in “Liver Transplantation” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com