Sehvermögen lässt sich wiederherstellen

Auge

Auge: Blindheit ist manchmal nicht mehr endgültig (Foto: Bruno Henrique, pixabay.com)

Forscher der University of Rochester erziehen Erfolg mit Präparat, das Alkoholkranke heilen kann

Rochester – Mit einem Wirkstoff in dem bereits auf dem Markt befindlichen Medikament Disulfiram, das zur Unterstützung der Abstinenz bei Alkoholabhängigkeit eingesetzt wird, lässt sich das Sehvermögen wiederherstellen. Dieses kann durch Erkrankungen wie altersbedingte Makula-Degeneration und Retinitis pigmentosa verloren gehen. Die Wirksamkeit haben Forscher der University of Rochester  bei Versuchen mit Mäusen festgestellt. Gleichzeitig haben sie einen Mechanismus aufgedeckt, der das Sehvermögen bis hin zur Blindheit verschlechtert.

Disulfiram löscht Rauschen

Forschungsleiter Michael Telias und sein Team haben herausgefunden, dass Disulfiram das hinderliche Rauschen auslöscht, zumindest aber schwächt, sodass das Sehvermögen wiederhergestellt wird. Das Team testete das Medikament an Mäusen, die fast blind waren. Nach der Behandlung konnten sie wieder sehen.

“Wir wussten, dass der Signalweg, den Disulfiram zur Behandlung von Alkoholismus blockiert, dem Weg, der bei degenerativer Blindheit hyperaktiviert wird, sehr ähnlich ist. Wir erwarteten eine gewisse Verbesserung, aber unsere Ergebnisse übertrafen unsere Erwartungen. Wir sahen, dass das Sehvermögen, das über einen langen Zeitraum verloren gegangen war, bei denen, die die Behandlung erhielten, zurückkehrte”, sagt Telias. Eine klinische Studie mit Menschen werde vorbereitet. Sie müssten allerdings vollständig auf den Genuss von Alkohol verzichten, da das Medikament höchst unangenehme Nebenwirkungen hat, sobald Alkohol ins Spiel kommt.

Blindheit bisher unbehebbar

Die Makula-Degeneration ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung bei älteren Menschen, die durch ein Sehvermögen gekennzeichnet ist, das sich in der Mitte des Gesichtsfeldes langsam verschlechtert. Retinitis pigmentosa ist eine seltene genetische Erkrankung, die in ähnlicher Weise das periphere Sehen verschlechtert. In beiden Fällen kann das Sehvermögen nicht wiederhergestellt werden, sobald es verloren ist.

Frühere Forschungen haben gezeigt, dass eine Degeneration der äußeren Netzhaut, die bei beiden Sehstörungen auftritt, die Funktion der inneren Netzhaut stören kann. Retinale Ganglienzellen, die Nervenzellen im Auge, können in Folge hyperaktiv werden und eine Art “sensorisches Rauschen” erzeugen, das noch funktionierende Fotorezeptoren daran hindert, effektiv mit dem Gehirn zu kommunizieren.

Quelle: pressetext.com