Schmerzen können auf Alzheimer hindeuten

Schmerzen

Schmerzen: langfristige Auswirkungen erwiesen (Foto: pixabay.com, Deedee86)

Wissenschaftler haben 2.500 Datensätze untersucht – Höheres Risiko bei Demenz und Schlaganfällen

Chongqing – Weitverbreitete Schmerzen stehen mit einem erhöhten Risiko aller Formen von Demenz wie auch Alzheimer und Schlaganfällen in Verbindung. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des First Affiliated Hospital of Chongqing Medical University, Chongqing. Dieser Zusammenhang besteht unabhängig von möglichen Einflussfaktoren wie Alter, allgemeine Gesundheit und Lebensstil, heißt es.

Erhöhtes Sterberisiko

Allumfassende Schmerzen sind eine Unterart chronischer Schmerzen, die Erkrankungen des Bewegungsapparats darstellen. Mehrere Studien schätzen, dass sie zuverlässig Krebs, periphere Arterienerkrankungen und Herz-Kreislauf-Leiden vorhersagen. Zusätzlich wurde ein Zusammenhang zu einem erhöhten Sterberisiko hergestellt. Chronische Schmerzen können ein früher Indikator eines Verlusts der kognitiven Funktionen sein.

Die Forscher haben die Daten von 2.464 Teilnehmern zweiter Generation der Framingham Heart Study ausgewertet, die unter der Bezeichnung Offspring Study bekannt ist. Sie wurden umfassend untersucht. Dazu gehörten 1990 und 1994 eine Feststellung des körperlichen Zustands, Labortests und eine genaue Beurteilung der Schmerzen. Dann wurden sie in drei Schmerzgruppen aufgeteilt: weitverbreitete Schmerzen über und unter der Taille, auf beiden Seiten des Körpers, dem Schädel, dem Rückgrat und den Rippen. In diese Gruppe gehörten 347 Personen oder 14 Prozent der Teilnehmer.

Andere Schmerzen wurden als Schmerzen in Gelenken oder keine Schmerzen darin klassifiziert. Auf diese beiden Gruppen entfielen 2.117 Personen. Zusätzlich wurden Infos zu möglichen Einflussfaktoren gesammelt. Dazu gehörten Belege für Bluthochdruck und Diabetes, das Gewicht (BMI), der Lebensstil (Rauchen, Trinken, Ernährung, Ausmaß der körperlichen Aktivität), der Beschäftigungsstatus, Depressionswerte, Vorgeschichte der Einnahme von Schmerzmedikamenten, Einkommen, Familienstand und Bildungsniveau.

Kognitive Beeinträchtigung

In der Folge wurden die Teilnehmer kontinuierlich in Hinblick auf den Beginn eines kognitiven Abbaus und einer klinischen Demenz oder einen ersten Schlaganfall überwacht. Bei den beiden ersten Bereichen handelte es sich um einen Zeitraum von durchschnittlich zehn Jahren, beim Schlaganfall um 15 Jahre. Während der Überwachungsperiode wurde bei 188 Personen eine Form von Demenz diagnostiziert. Mit 50 Personen litten 27 Prozent an weitverbreiteten Schmerzen. Mit 138 Personen waren 73 Prozent davon nicht betroffen. 139 Personen erlitten einen Schlaganfall. Mit 31 Teilnehmern litten 22 Prozent unter weitverbreiteten Schmerzen. Mit 108 Personen waren 78 Prozent nicht betroffen.

Nachdem alle möglichen Einflussfaktoren berücksichtigt worden waren, verfügten Personen mit weitverbreiteten Schmerzen über eine um 43 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Form von Demenz zu leiden. Bei Alzheimer war die Wahrscheinlichkeit um 47 Prozent höher und beim Schlaganfall um 29 Prozent. Wurden nur Personen über 65 Jahren berücksichtigt, wurden diese Risiken vergleichbar.

Ein um 39 Prozent erhöhtes Risiko aller Formen von Demenz, ein um 48 Prozent erhöhtes Alzheimer-Risiko und ein um 54 Prozent höheres Risiko eines Schlaganfalls. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann keine Ursache festgestellt werden, so die Experten. Die tatsächliche Zahl der Demenz-Erkrankungen und Schlaganfälle war gering. Der Zusammenhang zwischen Schmerz und Verlust kognitiver Funktionen dürfte, so die Forscher, multifaktoriell sein. Daher seien weitere Studien zur Erforschung dieses Zusammenhanges erforderlich. Details wurden in “Regional Anesthesia & Pain Medicine” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com