Protein-Analyse sagt Art der Demenz vorher

Protein-Analyse sagt Art der Demenz vorher

Marc Diamond untersucht Tau-Proteine im Labor (Foto: utsouthwestern.edu)

Frühzeitige Diagnose der Moleküle ermöglicht eine zielgerichtete, personalisierte Therapie

Dallas – Künftig lässt sich möglicherweise voraussagen, an welcher Form der Demenz ein Risikopatient erkranken wird. Forscher am Medizinischen Zentrum der University of Texas Southwestern  glauben, dass ihnen das mit dem kürzlich identifizierten Starter-Molekül der Alzheimer-Erkrankung gelingen könnte. Das wäre eine Form der personalisierten Medizin. Ärzte könnten schon vor Ausbruch einer Demenzerkrankung genau die richtigen Medikamente verabreichen und sie so stoppen oder verlangsamen.

Zugeschnittene Behandlung

Laut den Experten kann das Tau-Protein, das das Gehirn befällt und die Ursache für eine Vielzahl von Demenzerkrankungen ist, darunter Alzheimer, unterschiedliche Formen annehmen. Diese sind charakteristisch für die Art der manchmal erst viel später auftretenden Demenzerkrankung. “Unser erweitertes Verständnis der Strukturveränderungen des Tau-Proteins verändert unsere Möglichkeiten, Alzheimer und andere Erkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln”, sagt Marc Diamond, Direktor des Zentrums.

Der nächste Schritt sei es, dieses Wissen in einfache klinische Testsysteme zu übersetzen, die es Ärzten ermöglichen, die drohenden Erkrankungen zu identifizieren und den Prozess der Zerstörung von Nerven aufzuhalten. Wenn eine Demenzerkrankung einmal ausgebrochen ist, sei es für eine Behandlung oft zu spät.

Proteine bilden leicht Klumpen

Ein einzelnes Tau-Protein ist harmlos. Erst wenn sich viele zusammenballen, beginnt die Zerstörung von Nervenzellen. Das ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Erst wenn sich Klumpen gebildet haben, lässt sich sagen, welche Art von Demenz auftritt, welche Regionen des Gehirns befallen sind und wie schnell die Krankheit fortschreitet. Neu ist, dass man jetzt bereits an der Form eines einzelnen Tau-Proteins eine Demenz erkennen kann.

Die Forscher gewannen ihre Erkenntnisse, indem sie das Protein und menschliche Gehirnzellen kultivierten, also in Petrischalen wachsen ließen. Sie pickten sich einzelne Proteine heraus und bestimmten an Mäusen und kultivierten Zellen, welche Krankheiten sie verursachen. Anders als bisher vermutet, kamen die Proteine in unterschiedlichen Formen vor, die stabil waren. Dieses Wissen will Diamonds Team auch nutzen, um Therapien zu entwickeln, die die Tau-Proteine – in welcher Gestalt auch immer – daran hindern, zusammenzuklumpen und zu einer Gefahr für das Gehirn zu werden.

Quelle: pressetext.com