Passivrauchen begünstigt rheumatoide Arthritis

Zigaretten

Zigaretten: Passivrauchen in der Kindheit hat Folgen (Foto: pixabay.com/klimkin)

Studie des Brigham and Women’s Hospital hat Daten von mehr als 90.000 Frauen ausgewertet

Boston – Forscher des Brigham and Women’s Hospital  haben einen Zusammenhang zwischen der Belastung durch das Rauchen der Eltern während der Kindheit und einem erhöhten Risiko einer späteren seropositiven rheumatoiden Arthritis festgestellt. Das Team hat Längschnittdaten von 90.923 Teilnehmerinnen an der “Nurses’ Health Study II” (NHSII) ausgewertet. So sollte der Zusammenhang zwischen Passivrauchen und dem Auftreten der Krankheit untersuch werden. Details wurden in “Arthritis & Rheumatology” publiziert.

Risiko um 75 Prozent höher

Die passive Belastung wurde in drei Kategorien aufgeteilt. Dazu gehörten das Rauchen während der Schwangerschaft, Rauchen der Eltern während der Kindheit und die Zahl an Jahren des Zusammenlebens mit Rauchern seit dem 18. Lebensjahr. Auch als das persönliche Rauchen berücksichtigt worden war, erhöhte die passive Belastung durch das elterliche Rauchen während der Kindheit das Auftreten von seropositiver rheumatoider Arthritis um 75 Prozent.

Laut Seniorautor Jeffrey A. Sparks gibt es ein großes Forschungsinteresse an mukosalen Lungenentzündungen durch das Rauchen als Teil der Pathogenese. Der Großteil der Patienten rauchte jedoch nicht, daher wollten die Forscher einen anderen Inhalanten untersuchen, der einer rheumatoiden Arthritis vorausgehen könnte. Bei dieser Krankheit handelt es sich um Arthritis an mehreren Gelenken, die mit Morbidität und dem Sterblichkeitsergebnis. Viele der Betroffenen leiden an Symptomen einer Lungenentzündung. Genetische und umweltbedingte Faktoren tragen zum Erkrankungsrisiko bei. Aktives Rauchen wird seit Langem als Risikofaktor angesehen. Passivrauchen blieb bisher jedoch weitgehend unerforscht.

Neue statistische Modellierungen

So haben die Forscher die Daten der NHSII-Fragebögen genutzt, die zwischen 1989 und 2017 alle zwei Jahre von 90.923 Frauen zwischen 35 und 52 Jahren ausgefüllt wurden. Mittels der Patientenunterlagen wurden das Auftreten einer rheumatoiden Arthritis und der Serostatus festgestellt. Mittels statistischer Modellierung wurde anschließend die direkte Auswirkung von jeder Belastung durch Passivrauchen auf das Erkrankungsrisiko festgestellt. Zusätzlich wurden andere Faktoren wie das persönliche Rauchen berücksichtigt.

Ein um 75 Prozent höheres Erkrankungsrisiko wurde bei Teilnehmerinnen festgestellt, die in der Kindheit elterlichem Rauchen ausgesetzt waren. Dieses Risiko erhöhte sich bei den Frauen weiter, die später selbst rauchten. Im Verlauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von 22,7 Jahren erkrankten 532 Frauen an rheumatoider Arthritis. Mit 352 Teilnehmerinnen erkrankte der Großteil an einer seropositiven Form der Krankheit. Das Rauchen der Mütter während der Schwangerschaft und das Zusammenleben mit Rauchern nach dem 18. Lebensjahr wiesen keinen signifikanten Zusammenhang mit dem Erkrankungsrisiko auf. Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass an ihr nur Frauen teilgenommen haben.

Quelle: pressetext.com