Nicotinamid-Ribosid soll bei Parkinson helfen

NR soll Stoffwechsel im Gehirn positiv beeinflussen

NR soll Stoffwechsel im Gehirn positiv beeinflussen (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)

Norwegische Wissenschaftler finden in neuer Studie erste Indizien für eine Wirkung im Gehirn

Bergen – Nicotinamid-Ribosid (NR) kann möglicherweise Parkinsonkranken helfen, wie Forscher der Universität Bergen  sagen. NR kommt in Obst und Gemüse, Fleisch sowie Milch vor und wird auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Den Experten nach erhöht NR den Nicotinamidadenindinukleotid-Spiegel (NAD). Das ist ein essenzieller Stoffwechselfaktor, der für eine Vielzahl von zellulären Prozessen von entscheidender Bedeutung ist, einschließlich dem Energiestoffwechsel und der Reparatur von Schäden am Erbgut.

Tiere mit viel NAD leben länger

Erhöhte zelluläre NAD-Spiegel werden mit einem längeren und gesünderen Leben bei Tieren in Verbindung gebracht und schützen nachweislich neuronale Zellen vor verschiedenen Formen von Stress. In einer Studie mit 30 Peronen, die an einer frühen Form von Parkinson litten, hat Charalampos Tzoulis vom Haukeland University Hospital  nachgewiesen, dass die Einnahme von NR den NAD-Spiegel im Gehirn und damit dessen Aktivität erhöht. Ein Teil der Probanden erhielt 30 Tage lang 1.000 Milligramm NR, der andere ein Pulver ohne Wirkung, also ein Placebo.

Bei der ersten Gruppe stellte Tzoulis’ Team fest, dass sich der NAD-Spiegel im Gehirn der Patienten signifikant erhöhte und zu einem veränderten Hirnstoffwechsel und verminderten Entzündungsmarkern in der Flüssigkeit führte, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt. Darüber hinaus beobachteten sie eine leichte, aber signifikante Verbesserung der Parkinson-Symptome. Das korrelierte mit der Veränderung des Energiestoffwechselmusters des Gehirns. Bei der Placebo-Gruppe ergab sich keine Veränderung.

Ziel neuer Behandlungsansatz

“Damit haben wir einen neuen Ansatz zur Behandlung von Parkinson. Wir glauben, dass die Erweiterung des NAD-Stoffwechsels im Gehirn nicht nur auf krankheitsbedingte Prozesse abzielt und diese korrigiert, sondern auch den neuronalen Stoffwechsel optimieren und Neuronen stärken kann, wodurch sie widerstandsfähiger gegen altersbedingten Stress und neurodegenerative Erkrankungen werden”, verdeutlicht Tzoulis. Allerdings müsse das in einer weiteren Studie erhärtet werden, die er bereits in Arbeit hat.

Quelle: pressetext.com