Müdigkeit verschlechtert den Gang

Laufband

Laufband: Gehirn mischt mit (Illustration: Mohamed Hassan, pixabay.com)

Schlafmangel führt laut neuer Untersuchung zur fehlenden Kontrolle über das eigene Gehen

Cambridge/São Paulo – Zu wenig Schlaf beeinflusst den Gang des Menschen negativ. Das haben Hermano Krebs vom Massachusetts Institute of Technology (MIT)  und Arturo Forner-Cordero von der Universität São Paulo  ermittelt. In Experimenten mit Studenten hat sich bei Schlafmangel die fehlende Kontrolle über den eigenen Gehen gezeigt.

Schlafmangel kompensieren

Besonders unbeholfen waren jene Probanden, die eine ganze Nacht durchgemacht hatten. Wer in der Woche generell zu wenig Schlaf abbekommt, am Wochenende allerdings ausgiebig schläft, läuft besser als die, die sich das Wochenende ersparen, sagen die Experten. “Wir finden, dass die Kompensation von Schlafmangel eine wichtige Strategie sein könnte”, so Krebs. Das könne Schichtarbeitern, Beschäftigten im Gesundheitswesen und einigen Militärangehörige helfen, ihre Beinarbeit besser zu kontrollieren.

Zehn Jahre lang hat Krebs Kontrolle und Mechanik des Gehens umfassend untersucht, um Strategien und roboterunterstützte Systeme für Patienten zu entwickeln, die Schlaganfälle und andere Krankheiten haben, die ihre Bewegungsfähigkeit einschränkt. In früheren Experimenten hat er zum Beispiel gezeigt, dass gesunde Probanden ihren Gang an subtile Veränderungen der visuellen Reize anpassen können, ohne zu merken, dass sie dies tun. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Gehen von einem subtilen, bewussten Einfluss bestimmt wird.

Acht Stunden Schlaf notwendig

Gemeinsam mit Forner-Cordero hat Krebs untersucht, ob subtilere Reize, wie auditive Hinweise, das Gehen beeinflussen. Sie baten Freiwillige, auf einem Laufband zu gehen, während ein Metronom tickte. Als die Forscher dessen Frequenz allmählich änderten, passten die Probanden ihre Schritte an den neuen Takt an. “Im Idealfall sollte jeder acht Stunden pro Nacht schlafen. Aber wenn man es nicht kann, sollte man so viel und so regelmäßig wie möglich kompensieren”, erklärt Krebs abschließend.

Quelle: pressetext.com