Lungenmedikament hilft auch Herzkranken

Notaufnahme

Notaufnahme: Erste Hilfe für Herzkranke (Foto: pixabay.com, ArtisticOperations)

Britische Wissenschaftler verzeichnen mit Pirfenidon Anfangserfolge bei vernarbtem Gewebe

Manchester/Liverpool – Pirfenidon, ein Medikament zur Behandlung von Lungenfibrose, was die Vernarbung stoppt, hilft möglicherweise auch Herzpatienten. Ärzte und Wissenschaftler der University of Manchester  und des Liverpool Clinical Trials Centre  haben es jetzt mit Anfangserfolgen an Patienten mit HFrEF eingesetzt. Bei dieser Insuffizienz pumpt das Herz zwar normal, doch es entspannt sich nicht ausreichend, sodass es zu wenig Blut aufnimmt.

Eine Mio. Kranke in Großbritannien

Allein in Großbritannien leiden eine Mio. Menschen an dieser Krankheit, die Kurzatmigkeit, Schwellungen und extreme Müdigkeit bewirkt. Knapp ein Drittel der über 55-Jährigen entwickelt eine Herzinsuffizienz. 20 bis 30 Prozent der Menschen, bei denen diese Krankheit festgestellt wurde, sterben innerhalb eines Jahres. Bei 50 bis 66 Prozent der Betroffenen ist diese Erkrankung mit einer Vernarbung von Herzgewebe verbunden, vergleichbar dem bei Lungenfibrose. Daher kamen die Mediziner auf die Idee, das Medikament könne auch hier helfen.

“Herzinsuffizienz ist eine ebenso verheerende Krankheit wie einige der häufigsten Krebsarten. Doch die Behandlungsmöglichkeiten sind sehr gering”, sagt Gesundheitsforscher Chris Miller. Deshalb hat das Team Betroffene ausgewählt, bei denen mittels MRT eine Vernarbung von Herzgewebe festgestellt wurde. 94 Patienten wurden ausgewählt. Die Hälfte von ihnen bekam Pirfenidon, die andere Hälfte ein Placebo. Nach einem Jahr unterzogen sich die Patienten einem zweiten Herz-MRT, um die Veränderung der Herznarben sichtbar zu machen. Die Narbenbildung reduzierte sich bei den Behandelten um 1,21 Prozent.

Weniger Todesraten erwartet

Klingt nicht nach einem allzu großen Erfolg, doch Miller ist sicher: “Basierend auf Daten aus früheren Studien, könnte dieser Rückgang bei der Vernarbung zur erheblichen Verringerung der Todesraten und der Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz führen. Diese Ergebnisse sind aufregend und deuten darauf hin, dass Pirfenidon Patienten mit dieser Erkrankung zugute kommen könnte.” Es seien jedoch weitere Studien erforderlich.

Quelle: pressetext.com