Lungenkrebs-OP: Muskelschwund schadet

Lungenröntgen

Lungenröntgen: Sterblichkeit bei Krebs untersucht (Foto: pixabay.com, oracast)

Sterbewahrscheinlichkeit kann sich laut aktueller Untersuchung um das 3,38-Fache erhöhen

Nagoya – Lungenkrebs ist eine der Hauptursachen für Sterblichkeit. Laut Schätzungen sind jedes Jahr 1,7 Mio. Menschen betroffen. Die häufigste Art ist das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC). Früh erkannt, lässt es sich chirurgisch behandeln. Manche Patienten leiden aber auch nach einem Eingriff unter unbefriedigenden Ergebnissen. Forscher der Nagoya University  haben den Zusammenhang zwischen dem präoperativen Status und der Wahrscheinlichkeit von guten postoperativen Ergebnissen untersucht.

Vor allem Ältere betroffen

Frühere Studien hatten einige Risikofaktoren für eine Sterblichkeit nach einer NSCLC-Resektion identifiziert. Dazu gehört die Sarkopenie, die durch einen fortschreitenden Verlust von Muskelmasse und Stärke definiert wird und vor allem bei älteren Menschen auftritt. Ein weiterer bekannter Risikofaktor für ungünstige postoperative Ergebnisse ist eine schlechte körperliche Leistungsfähigkeit, die mit dem 6-Minuten-Gehtest beurteilt wird. Bei diesem Test geht es darum, wie weit ein Patient innerhalb von sechs Minuten in einem Gang gehen kann.

Laut den Forschern Shinya Tanaka und Naoki Ozeki weisen bereits frühere Forschungsergebnisse auf die Wichtigkeit einer umfassenden Beurteilung des präoperativen Zustands hin, um das Risiko schlechter Ergebnisse festzustellen. Tanaka zufolge berücksichtigte jedoch keine der früheren Untersuchungen postoperativer Ergebnissen bei NSCLC-Patienten Sarkopenie sowie körperliche Leistungsfähigkeit. Die Forschungsergebnisse wurden im “Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle” veröffentlicht.

587 NSCLC-Patienten analysiert

Für die Studie haben die Experten die Daten von 587 NSCLC-Patienten analysiert, bei denen zwischen 2014 und 2017 eine Resektion am Nagoya University Hospital durchgeführt wurde. Die Forscher wollten feststellen, wie sich eine präoperative Sarkopenie und eine Belastungsintoleranz auf das Sterblichkeitsrisiko während der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 3,1 Jahren auswirkten. Als Belastungsintoleranz wurde die Unfähigkeit beim 6-Minuten-Gehtest definiert, weiter als 400 Meter gehen zu können.

Jene mit präoperativer Sarkopenie verfügen im Gegensatz zu Gleichaltrigen ohne präoperativer Sarkopenie und Belastungsintoleranz über eine 1,78-fach höhere Wahrscheinlichkeit, während der Nachbeobachtungszeit zu sterben. Auch hatten Patienten mit einer präoperativen Belastungsintoleranz ein um das 2,26-fach höheres Sterberisiko als Patienten ohne diese Probleme. Die stärkste Auswirkung hatte jedoch das Zusammentreffen von Sarkopenie und Belastungsintoleranz. Hier erhöhte sich die Sterbewahrscheinlichkeit um das 3,38-Fache.

Quelle: pressetext.com