Leukämie: Gen-Panel findet mehr Mutationen

Panel

Panel: mehr Wissen über Leukämie (Foto: unsplash.com/National Cancer Institute)

Wissenschaftler der Augusta University arbeiten derzeit an einer gezielteren Behandlung von AML

Augusta – Ein Gen-Panel, das nach rund zehn Mal so vielen Krebs verursachenden Genen sucht, wie es derzeit zur Diagnose und Abstimmung der Behandlung einer Reihe von Krebserkrankungen eingesetzt wird, ist bei der Identifizierung von problematischen Genen bei der häufigsten Form von Leukämie wirkungsvoll. Zu dem Ergebnis sind Forscher des Medical College of Georgia at Augusta University  gekommen.

Neues 523-Gen-Panel

Das 523-Gen-Panel wurde von dem Biotech-Unternehmen Illumina  entwickelt. Es umfasst alle Gene, die dafür bekannt sind, möglicherweise Krebs zu verursachen. Das Panel kann leicht an den Einsatz in klinischen Laboren für die Diagnose akuter myeloischer Leukämie (AML) angepasst werden, schreiben die Forscher in “PLOS ONE”.

Laut den Forschern ermöglicht das Identifizieren von mehr genetischen Mutationen bei einer Krebserkrankung auch eine gezieltere Behandlung. Das umfasst auch das Finden von Mutationen, die zuvor nicht mit dieser Krebsart in Verbindung gebracht worden sind. Dies eröffnet die Möglichkeit einer Behandlung mit Medikamenten, die auf diese Mutationen abzielen und die traditionell gegen andere Krebserkrankungen eingesetzt wurden. Laut dem Forschungsleiter Ravindra Kolhe ermöglicht ein größeres Panel auch mehr Ziele.

Bei AML handelt es sich um eine bei jedem Patienten unterschiedliche Krankheit, wie immer mehr erkannt wird. Die beteiligten Genmutationen können laut Vamsi Kota bei zwei Patienten nicht die gleichen sein. Laut Co-Autor Vamsi Kota ist der Begriff Leukämie breit gefasster. “Das ist einer der Gründe, warum die gleiche Behandlung bei manchen Patienten wirksam ist und bei anderen nicht.”

880 Varianten identifiziert

Die Forscher haben retrospektiv 61 Knochenmarksproben analysiert. Enthalten waren 40 Proben von Patienten mit einer bestätigten Leukämie und detaillierte klinische Informationen zu 27 dieser Patienten. Das größere Panel identifizierte 880 Varianten bei 292 Genen. Nur 14,8 Prozent dieser Varianten waren in dem kleineren 52-Gen-Panel enthalten, das derzeit in vielen Laboren eingesetzt wird. Die verbleibenden 749 Varianten werden bei einer Leukämie-Diagnose normalerweise nicht beurteilt oder von dem kleineren Panel abgedeckt.

Bei der Weiterverfolgung der zu diesen 749 Varianten zur Verfügung stehenden Infos hat sich gezeigt, dass zumindest 14 Varianten in zehn Genen wahrscheinlich zu AML beitragen. 96,2 Prozent der Patienten verfügten über zumindest eine der 14 neuen Varianten. Die Forscher fanden auch 22 Varianten bei fünf anderen Genen, die mit anderen Tumorarten beim Großteil der AML-Patienten in Verbindung standen.

Laut Kota hoffen die Wissenschaftler, dass mit dem Finden von mehr dieser Mutationen ein Krebs nicht mehr über einen Namen bezeichnet wird, sondern über diese Mutationen benannt und auch behandelt werden kann. Für die Untersuchung haben die Experten die gleichen Knochenmarksproben mit dem neuen Panel untersucht. Die Konsistenz der Ergebnisse lag bei 100 Prozent.

Quelle: pressetext.com