Krebspatienten reagieren auf Corona-Impfung

Impfstoff

Impfstoff: nicht alle Krebspatienten geschützt (Foto: pixabay.com/Spencer Davis)

Wirkung bei hämatologischen Malignomen laut Wissenschaftlern jedoch weniger stark ausgeprägt

San Antonio – Fast alle Krebspatienten entwickeln drei bis vier Wochen nach der zweiten Dosis mit mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 eine gute Immunantwort. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern aus den USA und der Schweiz. Die Tatsache, dass jedoch eine kleine Patientengruppe keine Reaktion zeigt, wirft die Frage auf, wie sich ihr Schutz gegen das Virus künftig gewährleisten lässt. Details wurden in “Cancer Cell” veröffentlicht.

Problem bei Hochrisikopatienten

Von den 131 untersuchten Patienten haben 94 Prozent Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt. Bei sieben Hochrisikopatienten war das nicht der Fall. Laut der korrespondierenden Autorin Dimpy P. Shah vom Mays Cancer Center  konnten bei diesen Studienteilnehmern keine Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden. “Das hat Auswirkungen auf die Zukunft. Sollten wir bei bestimmten Hochrisikopatienten eine dritte Dosis des Impfstoffs nach der Beendigung der Krebsbehandlung verabreichen?”

Laut Seniorautor Ruben Mesa zeigen Patienten bei anderen Impfungen und Infektionen keine so robuste Immunantwort wie bei der allgemeinen Bevölkerung. “Es macht daher Sinn, davon auszugehen, dass bestimmte Hochrisikogruppen der Patienten nicht über eine Antikörperreaktion auf den COVID-19-Impfstoff verfügen.” Patienten mit hämatologischen Malignomen wie Myelome oder Hodgkin-Lymphom reagierten weniger wahrscheinlich auf die Impfung als Patienten mit soliden Tumoren, erläutert Pankil K. Shah. Der Forscher war mit Alfredo Addeo vom Hopitaux Universitaires Geneve  leitender Wissenschaftler.

Keine Reaktionen bei Rituximab

Bei den Hochrisikogruppen haben Patienten, die innerhalb von sechs Monaten vor der Impfung mit Rituximab behandelt worden waren, keine Antikörper gebildet. Bei Rituximab handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, der bei der Behandlung von hämatologischen Krebsleiden und Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird. Patienten, die mit einer Chemotherapie behandelt wurden, die für die Zellen giftig ist, entwickelten eine Antikörperreaktion. Sie war jedoch im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung gedämpft. Wie sich das auf den Schutz gegen COVID-19 auswirkt, ist laut Dimpy Shah noch nicht bekannt.

Die Delta-Variante und andere Mutationen des COVID-19-Virus wurden in der Studie nicht untersucht. Die Forscher analysierten bei den Krebspatienten auch nicht die Reaktion der eine Infektion bekämpfenden T- und B-Zellen. Das durchschnittliche Alter der Studienteilnehmer lag bei 63 Jahren. Mit 106 Patienten litt der Großteil an soliden Tumoren und 25 an hämatologischen Krebserkrankungen. 80 Prozent der Population waren weiße Nichthispanier, 18 Prozent Hispanier und zwei Prozent Schwarze. Laut Mesa sollten weitere Studien mit schwarzen, asiatischen und hispanischen Patienten durchgeführt werden, um herauszufinden, ob es bei der Reaktion auf die Impfung Unterschiede gibt.

Quelle: pressetext.com