Krebs hinterlässt in der Psyche tiefe Spuren

Sinkendes Schiff

Sinkendes Schiff: Krebs beeinträchtigt Jüngere (Foto: pixabay.com, himmlisch)

AYA-Patienten sind besonders stark betroffen – Erhebliche Mehrkosten für Gesundheitssystem

Davis – Die psychische Belastung durch Krebs und seine Behandlung erfordert bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, den AYA-Krebsüberlebenden, eine zusätzliche kostenintensive Therapie. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung der University of California, Davis.

Daten von 2001 bis 2016

Im Vergleich mit Personen ohne eine Krebserkrankung leiden AYA-Krebsüberlebende, das sind Patienten, bei denen die Diagnose zwischen dem 15. und 39. Lebensjahr gestellt wurde, eher an psychischen Belastungen wie Depressionen, Angstgefühlen, Panikattacken, posttraumatischer Belastungsstörung, Krebssorgen oder Zorn.

Um die Nutzung der Gesundheitsversorgung und die medizinischen Ausgaben in Zusammenhang mit psychischen Belastungen bei AYA-Überlebenden zu untersuchen, hat das Team um Ola A. Abdelhadi die Daten der jährlich durchgeführten “Medical Expenditure Panel Survey” für den Zeitraum 2001 bis 2016 von 1.757 AYA-Krebsüberlebenden und 5.227 Erwachsenen ohne familiäre Krebsbelastung untersucht.

Belastung doppelt so hoch

Die Verbreitung einer psychischen Belastung bei AYA-Krebsüberlebenden war mit 11,5 Prozent doppelt so hoch wie bei nicht erkrankten Personen mit 5,8 Prozent. 11,2 Prozent der Krebsüberlebenden berichteten auch noch 20 oder mehr Jahre nach der Diagnose von einer Belastung. Überlebende mit einer psychischen Belastung waren eher Raucher und litten unter chronischen Erkrankungen. Sie machten im Vergleich mit Überlebenden ohne psychische Belastung auch weniger wahrscheinlich Sport.

Frauen, Personen mit einem niedrigeren Einkommen und ledige Krebsüberlebende litten eher an psychischen Belastungen als Männer, Personen mit einem höheren Einkommen und Verheiratete, so die Wissenschaftler. Psychische Belastungen stehen bei AYA-Krebsüberlebenden demnach mit zusätzlichen jährlichen medizinischen Ausgaben in Höhe von 4.415 Dollar (rund 3.900 Euro) in Zusammenhang. Bei Erwachsenen ohne Krebs in der Familie liegt dieser Betrag nur bei 1.802 Dollar (rund 1.600 Euro).

Jene AYA-Krebsüberlebenden, die unter psychischen Belastungen leiden, verfügen jährlich durchschnittlich über 2,8 mehr Arztbesuche und brauchen durchschnittlich 11,58 zusätzliche verschreibungspflichtige Medikamente oder Nachfülllungen. Die aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse wurden in “Cancer” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com