Kontaktallergie: Haut erinnert sich an frühere Belastung

Ausschlag

Ausschlag: Allergien durchaus verschieden (Foto: Hans, pixabay.com)

Studie erklärt, warum manche Patienten viel rascher reagieren

Kopenhagen – Abhängig davon, welcher Teil des Immunsystems für diese Reaktion verantwortlich ist, unterscheiden Forscher traditionell zwischen unmittelbaren und verzögerten allergischen Reaktionen. Kontaktallergien zählen zu letzteren. Eine Studie des LEO Foundation Skin Immunology Research Center  an der Universität Koipenhagen verändert jetzt diese Auffassung grundlegend. Laut Erstautor Anders Boutrup Funch entwickeln manche Patienten viel früher eine allergische Kontaktdermatitis als in der Literatur beschrieben wird.

Allergen-Gedächtnis

Bei Heuschnupfen oder Lebensmittelallergien treten sofortige Symptome auf. Es kann jedoch Tage dauern, ehe die Haut etwa auf Nickel oder Parfum reagiert. Bei manchen Patienten geht es aber doch schnell. Ziel der Studie war herauszufinden, warum einige auf Kontaktallergene so viel rascher reagieren. “Es zeigt sich, dass wenn ein Teil der Haut dem Allergen zum ersten Mal ausgesetzt ist, die Zellen innerhalb dieses spezifischen Hautbereichs ein lokales Gedächtnis gegenüber diesem Kontaktallergen entwickeln”, so Boutrup Funch. Wird der gleiche Hautbereich später wieder dem Allergen ausgesetzt, entwickelt der Patient innerhalb von nur zwölf Stunden eine deutliche Reaktion.”

Die Erklärung: Im Körper sind die T-Zellen für eine verzögerte allergische Reaktion verantwortlich, die sogenannten allergischen Reaktionen vom Typ IV. Bei der jetzt an Mäusen durchgeführten Studie haben die Forscher jedoch nachgewiesen, dass die T-Zellen in der Lage sind, ein noch entwickeltes Gedächtnis aufzubauen, das es ihnen ermöglicht viel rascher als bisher angenommen zu reagieren. Damit steht ein komplexeres Bild der Kontaktallergien zur Verfügung.

Laut der Hauptautorin Charlotte Menné Bonefeld weisen diese Forschungsergebnisse auf die Notwendigkeit einer Klarstellung dieser Krankheit hin. Typ-IV-Reaktionen sollten in Untergruppen unterteilt werden, damit die klassische verzögerte Reaktion, aber auch die sofortige Reaktion berücksichtigt sind. Bei der verzögerten Reaktion tritt die Allergie zwischen 24 und 72 Stunden nach dem Kontakt auf.

Neutrophile führen zu Hautausschlag

Die Studie hat auch ergeben, dass die Aktivierung der T-Gedächtniszellen nach dem Kontakt mit einem Allergen an der betroffenen Hautstelle zu einer massiven Rekrutierung der im Körper am häufigsten vorhandenen Art von weißen Blutkörperchen, den Neutrophilen, führt. Normalerweise dient die Rekrutierung der Neutrophilen der Abwehr einer Infektion, da diese Zellen in der Lage sind, Mikroorganismen wirkungsvoll zu beseitigen.

Gleichzeitig führen sie aber zu einer schweren Infektion und einer lokalen Schädigung des Gewebes. Aus diesem Grund leiden die Patienten unter einem Hautausschlag. Die Rekrutierung von Neutrophilen wurde in Verbindung mit einer verzögerten Reaktion auf Kontaktallergene nicht beobachtet. In einem nächsten Schritt sollen die Studienergebnisse am Menschen überprüft werden. Die Forschungsergebnisse wurden in “Allergy” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com