Kombipräparat gegen multiresistente Bakterien

Zebrafisch

Mit Bakterien (rot) infizierter Zebrafisch (Bild: Matt Johansen, Kremer Lab)

Antibiotikum und Bakteriophagen – Überlebensrate von Zebrafischen steigt auf 70 Prozent

Montpellier/Pittsburgh – Forscher der Université de Montpellier  und der University of Pittsburgh  haben einen Weg gefunden, das multiresistente Bakterium Mycobacterium abscessus, einen Verwandten der Auslöser von Tuberkulose und Lepra, zu besiegen. Laurent Kremer und seine Kollegen setzen dabei auf eine Kombination aus einem Antibiotikum und Bakteriophagen.

Suche nach Nadel im Heuhaufen

Für jedes Bakterium gibt es genau einen Bakteriophagen. Zunächst galt es, den Killer von Mycobacterium abscessus zu finden. Das gelang dem Team aus Pittsburgh. Unter 10.000 Viren fanden die Forscher einen Bakteriophagen, dem sie den Namen “Muddy” gaben. Im Labor erwies er sich als höchst effizient. Er tötete Bakterien in einer Petrischale effizient ab und wurde so zum Kandidaten für die Behandlung dieser Infektionen beim Menschen.

Doch zunächst beschlossen Kremer und Kollegen, die neue Kombinationstherapie an Zebrafischen zu testen, die die wichtigste genetische Mutation tragen, die beim Menschen Mukoviszidose verursacht und nachahmt, wie das menschliche Immunsystem auf bakterielle Infektionen reagiert. Dann erhielt das Team Proben einer antibiotikaresistenten Form von M. abscessus von einem Mukoviszidose-Patienten, um die Zebrafische damit zu infizieren und ihre neue Behandlungsmethode zu testen.

Klinische Testreihen sollen folgen

Das Team beobachtete die Tiere zwölf Tage lang und stellte fest, dass sie schwere Infektionen mit Abszessen entwickelten. Nur 20 Prozent überlebten. Als nächstes testete das Team, wie gut sich infizierte Fische entwickelten, wenn sie fünf Tage lang mit Muddy behandelt wurden. Die Infektionen hatten einen milderen Verlauf, die Überlebensrate stieg auf 40 Prozent.

Dann kombinierten die Forscher Muddy mit einem Antibiotikum namens “Rifabutin” und behandelten die infizierten Zebrafische mit diesem Mittel ebenfalls fünf Tage lang. Damit erhöhte sich die Überlebensrate auf 70 Prozent und die Infektionen verliefen noch undramatischer. Jetzt soll die Behandlungsmethode in klinischen Studien an Menschen getestet werden.

Quelle: pressetext.com