Herzgesundheit schützt aktiv vor Diabetes

Vitalwerte

Vitalwerte: gesundes Herz vor Diabetes (Bild: InspiredImages, pixabay.com)

5.993 Teilnehmer der Rotterdam Study analysiert – Lebensstil beeinflusst Risiko für Typ-2-Leiden

Rotterdam – Herzgesunde Erwachsene mittleren Alters erkranken weniger wahrscheinlich an Typ-2-Diabetes, zeigt eine Studie des Erasmus University Medical Centre. Demnach hat die positive Herz-Kreislauf-Gesundheit keinen Bezug zur genetischen Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Die positive Herz-Kreislauf-Gesundheit wurde mittels eines gesunden Körpergewichts und Blutdrucks, guter Cholesterinwerte, Nichtrauchen, ausgewogener Ernährung und körperlicher Aktivität definiert.

650 Mrd. Euro Kosten

Laut Schätzungen leiden weltweit 463 Mio. Menschen an Diabetes. Mit 650 Mrd. Euro entfallen zehn Prozent der globalen Gesundheitsausgaben auf diese Krankheit. Studienautorin Fariba Ahmadizar nach trägt die Genetik zur Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, bei. Eine gesunde Lebensweise und vor allem ein gesundes Körpergewicht können jedoch helfen, das Lebenszeitrisiko einer Erkrankung zu verringern. Die Studie umfasst 5.993 Teilnehmer der bevölkerungsbasierten Rotterdam Study. Zur Basline litt keine der Personen an Diabetes. Das Durchschnittsalter lag bei 69 Jahren und 58 Prozent der Teilnehmer waren Frauen.

Die Teilnehmer erhielten für die Herz-Kreislauf-Gesundheit Punkte von null bis zwölf entsprechend BMI, Blutdruck, Cholesterinwerten, Raucherstatus, Ernährung und körperlicher Aktivität zur Baseline. Höhere Werte entsprachen besserer Gesundheit. Die Teilnehmer wurden dann entsprechend ihrer Punktezahlen in drei Gruppen aufgeteilt: schlecht (null bis funf), mittel (sechs bis sieben) und optimal (acht bis zwölf). Für die Beurteilung der genetischen Veranlagung für Typ-2-Diabetes nutzten die Forscher 403 mit der Krankheit in Zusammenhang stehende unabhängige genetische Varianten.

Risiko lässt sich stark senken

869 Personen erkrankten während der 69.208 Personenjahre der Weiterbegleitung an Typ-2-Diabetes. Die Forscher schätzten und verglichen das Lebenszeitrisiko für Typ-2-Diabetes innerhalb der Herz-Kreislauf-Gesundheit und genetischer Risikokategorien. Bei der Herz-Kreislauf-Gesundheit alleine fanden sie heraus, dass das restliche Lebenszeitrisiko von Typ-2-Diabetes bei jenen geringer war, die über eine bessere Herzgesundheit verfügten. Zum Beispiel im Alter von 55 Jahren verfügten Teilnehmer mit optimaler Herz-Kreislauf-Gesundheit über ein Risiko von 22,6 Prozent, je an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Bei Personen mit mittleren Werten lag das Risiko bei 28,3 Prozent und bei schlechten Werten bei 32,6 Prozent.

Wurde auch das genetische Risiko berücksichtigt, war das Lebenszeitrisiko bei jenen mit einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit noch immer geringer. Mit 55 Jahren zum Beispiel lag das verbleibende Lebenszeitrisiko in der Gruppe mit hohem genetischem Risiko bei Personen mit einer optimalen Herz-Kreislauf-Gesundheit bei 23,5 Prozent. In der Gruppe mit mittleren oder schlechten Werten ergaben sich Werte von 33,7 und 38,7 Prozent. Die im “European Journal of Preventive Cardiology” publizierten Ergebnisse gelten für Frauen und Männer.

Quelle: pressetext.com