Grippe: Risiko für Schwangere und Fettleibige

Grippe: Risiko für Schwangere und Fettleibige

Thermometer: Grippe ist nicht zu unterschätzen (Foto: pixelio.de/Andreas Morlok)

Aktuelle Richtlinien für die Vereinigten Staaten für bessere Tests sowie rasche Behandlung

Arlington – Schwangere und extrem fettleibige Menschen gehören laut einer Studie der Infectious Diseases Society of America  zu jenen Personengruppen, bei denen im Zuge einer Grippe das Risiko von Komplikationen am größten ist. Tests sollten sofort durchgeführt und mit einer antiviralen Behandlung begonnen werden, wenn derartige Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden, raten die Experten. Ambulante Patienten mit diagnostizierter Grippe und hohem Komplikationsrisiko sollten ebenfalls so rasch wie möglich antivirale Medikamente erhalten.

Genauere molekulare Tests

Diese Maßnahmen gehören zu den aktualisierten Empfehlungen der IDSA, die jetzt in “Clinical Infectious Diseases” veröffentlicht wurden. Konkret werden neuere und genauere molekularen Tests empfohlen, die Ergebnisse binnen 15 bis 60 Minuten liefern. Damit wird sogenannten “Rapid-Influenza Diagnostic Tests” eine Absage erteilt. Diese liefern zwar rasche Ergebnisse, können jedoch bei mindestens 30 Prozent der ambulanten Patienten auch falsch negative Ergebnisse liefern.

Eine antivirale Behandlung wird bei Patienten ohne hohem Risiko innerhalb von zwei Tagen ab Beginn der Symptome empfohlen. Die aktualisierten Richtlinien geben jedoch vor, dass diese Medikamente bei Personen mit hohem Risiko auch verabreicht werden sollten, wenn sie bereits mehr als zwei Tage krank sind.

Zu den Risikogruppen gehören extrem fettleibige Menschen mit einem BMI von 40 oder mehr, Kinder unter zwei Jahren, Frauen, die erst vor Kurzem ein Kind geboren haben, Personen mit einem aufgrund einer Krankheit oder Medikamenten geschwächten Immunsystem, Patienten unter 19 Jahren, die langfristig mit Aspirin behandelt werden, chronisch Kranke mit Asthma, neurologischen Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen des Nervensystems wie Zerebralparese, Epilepsie oder nach einem Schlaganfall, Herz- oder Lungenerkrankungen, Erkrankungen von Nieren, Leber oder Stoffwechsel sowie die Bewohner von Pflegeheimen. In den USA sind zusätzlich amerikanische Indianer und die Ureinwohner Alaskas betroffen.

Impfung schützt Risikopatienten

Laut Forschungsleiter Timothy M. Uyeki kann eine Grippe gefährlich sein. Das gelte vor allem für die beträchtliche Menge an Menschen, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht. Die jährliche Impfung sei die beste Möglichkeit, eine Erkrankung zu verhindern. “Sie ist jedoch nicht zu 100 Prozent wirksam. Daher müssen Personen mit einem hohen Risiko unbedingt dazu ermutigt werden, bei den ersten Symptomen medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen”, rät Uyeki.

Die letzten Richtlinien wurden kurz vor der H1N1-Pandemie im Jahr 2009 veröffentlicht. Dabei handelte es sich um die vierte Pandemie in den vergangenen 100 Jahren. Bei der Pandemie 1918 starben allein in den Vereinigten Staaten laut Schätzungen rund 675.000 Menschen. In der vergangenen Grippesaison erkrankten in den USA 49 Mio. Menschen. Die schwerwiegenden Folgen waren 960.000 Krankenhausaufenthalte und 79.000 Todesfälle.

Quelle: pressetext.com