Geruchsrezeptor forciert Metastasenbildung

Riechen

Riechen: Rezeptor spielt wichtige Rolle bei Krebs (Foto: pixabay.com, MarionF)

5B21 als neues Onkogen klassifiziert – Hemmung des Gens OR5B21 aussichtsreich für Bekämpfung

Boston – Ein Gen der Geruchsrezeptoren, das den Geruchssinn unterstützt, könnte auch bei der Metastasierung von Brustkrebs in Gehirn, Knochen und Lunge eine Rolle spielen. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Massachusetts General Hospital. Die Forscher haben entdeckt, dass eine Hemmung des Gens OR5B21 die Metastasierung von Brustkrebszellen in diese Organe deutlich verringert.

Tiermodelle bestätigen Verdacht

Laut Seniorautor Bakhos Tannous ist der Geruchsrezeptor 5B21 ein neues Onkogen, das beim Fortschreiten der Krankheit eine wichtige Rolle spielt, indem es Brustkrebszellen in das Gehirn und andere Bereiche des Körpers bringt. Brustkrebs ist bei Frauen die führende Ursache für Krebs. Mehr als zwei Mio. Erkrankungen werden pro Jahr diagnostiziert. Die Migration von Brustkrebs in das Gehirn ist bei dieser Krankheit die führende Todesursache.

Der co-korrespondierenden Autorin Litia Carvalho nach ist bekannt, dass die Gene der Geruchsrezeptoren bei vielen Krebsleiden überexprimiert sind. Dazu gehören Prostatakrebs, Melanome, Erkrankungen der Lunge und der Leber. Die Rolle bei Brustkrebs wurde jedoch noch nicht ausreichend erforscht. Tiermodelle haben bestätigt, dass OR5B21 die Metastasierung von Brustkrebszellen über einen Signalweg verstärkt oder vorbereitet, der einen als epithelial-mesenchymale Transition (EMT) bekannten Vorgang aktiviert.

Migrationskapazität als Problem

EMT regt eine Vielzahl von biochemischen oder phänotypischen Veränderungen in den Riechzellen an. Dazu gehört auch eine verstärkte Migrationskapazität zu entfernten Organen und hier vor allem dem Gehirn. Der leitenden Wissenschaftlerin Mao Li zufolge wandelt diese Aktivierung mittels des Signalwegs NF-B/STAT eine große Anzahl von extrazellulären Signalen in intrazelluläre Botschaften um. Die Folgen sind Zellproliferation, Eindringen und Metastasen.

“Unsere Ergebnisse sind in diesem Bereich neu. Weitere Studien sind jedoch erforderlich, um genau festzustellen, wie OR5B21 die Bildung von Metastasen auslöst”, verdeutlicht Li. Die künftige Forschung könnte auch zu einem molekularen Inhibitor von OR5B21 führen. Damit wäre ein Ansatz zur Verringerung der Bildung von Metastasen gefunden. Die aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse wurden in “iScience” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com