Gemüse: Kein Schutz vor Herz-Kreislauf-Leiden

Gemüse

Gemüse: Verzehr ist zwar gesund, aber längst kein Allheilmittel (Foto: JerzyGorecki, pixabay.com)

Wissenschaftliche Untersuchung für Großbritannien hat Daten von fast 400.000 Briten ausgewertet

Oxford – Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse scheint landläufig gesund, doch Beweise dafür gibt es laut einer neuen Studie des Nuffield Department of Population Health der University of Oxford, der Chinese University of Hong Kong und der University of Bristol  nicht. Die Forscher haben Daten der UK Biobank  ausgewertet. Dieses Projekt beobachtet in Großbritannien die Gesundheit von einer halben Mio. Erwachsener über die Verknüpfung mit ihren Gesundheitsunterlagen.

Daten von 2006 und 2010 im Blick

Bestandteile wie Carotinoide und Alpha-Tocopherol verfügen zwar über Eigenschaften, die eine schützende Wirkung vor Krankheiten auf den Körper haben könnten. Bisher waren die Ergebnisse früherer Studien zu einer Gesamtwirkung des Essens von Gemüse auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen widersprüchlich. Die jetzt in “Frontiers in Nutrition” veröffentlichten Studienergebnisse zeigen aber, dass ein höherer Verzehr von gekochtem oder rohem Gemüse das Erkrankungsrisiko eher nicht beeinflusst. Bei der Registrierung zur UK Biobank zwischen 2006 und 2010 wurden die Freiwilligen zu ihrer Ernährung, dem Lebensstil, der medizinischen Vorgeschichte und reproduktiven Geschichte sowie zu anderen Faktoren interviewt.

Die Forscher haben von 399.586 Teilnehmern die Antworten bei der Registrierung – 4,5 Prozent erkrankten in der Folge an einem Herz-Kreislauf-Leiden – auf Fragen nach ihrem täglichen Verzehr von gekochtem und rohem Gemüse analysiert. Sie bewerteten den Zusammenhang mit dem Risiko eines Krankenhausaufenthalts oder Todesfalls aufgrund eines Herzinfarkts, Schlaganfalls oder einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung. Dabei wurde eine ganze Reihe von möglichen Störfaktoren, wie der sozioökonomische Status, die körperliche Aktivität und andere Ernährungsfaktoren berücksichtigt. Auch die mögliche Rolle verbleibender Störfaktoren wurde in Erwägung gezogen.

Vorsichtige Interpretation geboten

Der durchschnittliche Verzehr von Gemüse insgesamt, rohem wie gekochtem Gemüse, lag bei 5,0, 2,3 und 2,8 gehäuften Esslöffeln pro Person. Das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu sterben, war bei den Teilnehmern mit dem größten Gemüseverzehr im Vergleich zu Personen mit dem geringsten Verzehr rund 15 Prozent niedriger. Dieser offensichtliche Effekt wurde maßgeblich geschwächt, als mögliche sozioökonomische, ernährungsbezogene, auf die Gesundheit und medizinische Faktoren berücksichtigt wurden. Die Kontrolle dieser Faktoren verringerte die Vorhersagekraft der Statistik zum Gemüseverzehr in Hinblick auf Herz-Kreislauf-Krankheiten um mehr als 80 Prozent. Damit liege laut den Forschern nahe, dass genauere Messungen dieser Störfaktoren jede verbleibende Wirkung des Verzehrs von Gemüse erklären könnten.

Quelle: pressetext.com