Frühgeburt: Auch Väter erleiden Depression

Vater

Vater: Depressionen oft übersehen (Foto: pixabay.com, PublicDomainPictures)

Symptome halten viel länger an als bei Müttern – Forscher mahnen zu rechtzeitiger Erkennung

Chicago – Wochenbettdepressionen bei Müttern sind bekannt und nehmen zu, wenn das Neugeborene intensivmedizinisch betreut werden muss. Depressionen bei Vätern wurden bisher jedoch kaum erforscht. Laut einer Studie des Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital of Chicago  verfügen beide Elternteile eines Kindes in der Neonatalintensivstation über ein Depressionsrisiko.

Einfluss auf die Kinder

Die Forscher haben bei 33 Prozent der Mütter und bei 17 Prozent der Väter Depressionssymptome festgestellt. Auffallend war, dass die Wahrscheinlichkeit von Depressionen bei Müttern deutlich sank, wenn das Kind nach Hause konnte. Bei den Vätern war das nicht der Fall. Laut Forschungsleiter Craig F. Garfield weisen die in “Pediatrics” veröffentlichten Ergebnisse darauf hin, dass mehr Augenmerk auf die psychische Gesundheit von jungen Vätern gelegt werden muss. Das gelte für den Aufenthalt auf der Intensivstation, aber auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.

“Das ist von großer Bedeutung, nicht nur für das Wohlbefinden der Eltern, sondern auch für die optimale Entwicklung ihres Kindes”, so Garfield. Bereits 2019 hat eine Studie der American Academy of Pediatrics gezeigt, dass negative Erfahrungen in der Kindheit wie die Depression eines Elternteils eher das Risiko des Kindes einer verzögerten kognitiven, emotionalen oder sprachlichen Entwicklung sowie nachfolgender Verhaltensprobleme erhöhen.

Vernachlässigung als Folge

Neuere Untersuchungen zeigen, dass depressive Väter sich weniger wahrscheinlich an positiven elterlichen Aktivitäten, wie dem Kind ein Buch vorzulesen, engagieren. Eine Studie kam auch zu dem Ergebnis, dass depressive Väter wahrscheinlicher ihre ein Jahr alten Kinder körperlich züchtigen. Für die aktuelle Studie wurden 431 Eltern von frühgeborenen Kindern mittels der Edinburgh Postpartum Depression Scale in vier Bereichen bewertet: Aufenthalt auf der Intensivstation, Entlassung sowie 14 und 30 Tage danach.

Es zeigte sich, dass das Screening auf Depressionen in der neonatalen Intensivstation die Wahrscheinlichkeit von elterlichen Depressionen im ersten Monat zu Hause vorhersagen kann. In diesem Zeitraum verringerten sich die Werte bei den Müttern um mehr als das Zehnfache. Die Väter neigten hingegen dazu, ihren Ausgangswert beizubehalten.

Quelle: pressetext.com