Fentanyl: Drogen-Quelle aus Blut ermittelbar

Bei der Analyse

Bei der Analyse: Forscherin Mirjam de Bruin-Hoegée (Foto: uva.nl)

Das Blut verrät den Hersteller des Fentanyls

Amsterdam – Das synthetisches Opioid Fentanyl, eigentlich ein Schmerzmittel, ist besonders in den USA auch eine beliebte Droge. Chemiker der Universität Amsterdam (UvA)  haben nun in Zusammenarbeit mit der niederländischen Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung (TNO)  gezeigt, dass es möglich ist, die Herkunft von Fentanyl durch die Analyse des Bluts von Anwendern zu bestimmen.

Verräterische Verunreinigungen

“Durch den Vergleich der Analyseergebnisse verschiedener Arzneimittelproben lässt sich sagen, woher eine Charge von Arzneimitteln stammt”, erklärt UvA-Doktorandin Mirjam de Bruin-Hoegée. Das liege an bestimmtem chemischen Verunreinigungen in den Präparaten, die sich auf die angewandte Produktionsmethode beziehen. Allerdings war das bislang nur mit einer Probe der Arznei selbst möglich. Wenn also Fentanyl-Nutzer an einer Überdosis gestorben sind oder nur knapp gerettet worden konnten, aber keine weiteren Präparate mit sich führten, blieb die Herkunft des Mittels bislang unklar.

Das UvA-TNO-Team hat nun gezeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, den Produktionsprozess und damit Ursprung des Arzneimittels aus dem Blut der Konsumenten zu bestimmen. Sie fanden heraus, welche der Verunreinigungen die besten Indikatoren für die Herkunft von Fentanyl sind und welche chemische Analysetechnik am besten geeignet ist, um diese nachzuweisen. Dafür wurden menschliche Lebermikrosomen genutzt. Diese Mikroorgane liefern ein repräsentatives Bild des Fentanyl-Stoffwechsels im menschlichen Körper. Der nächste Schritt ist die Untersuchung realer forensischer Proben, also des Bluts von Opfern einer Überdosis.

Beschaffungsweg wird rekonstruiert

“Es ist ziemlich schwierig, Spuren von Drogen im Blut eines Menschen zu entdecken”, so de Bruin-Hoegée. Mit dem Einsatz immer empfindlicherer Analysetechniken werde es jedoch möglich sein, nicht nur diese Spuren zu erkennen, sondern auch den Produktionsprozess des verwendeten Arzneimittels anhand von Stoffwechselprodukten und Verunreinigungen zu bestimmen. Dann könnte der Beschaffungsweg rekonstruiert und gegebenenfalls unterbrochen werden, um andere potenzielle Opfer zu schützen.

Quelle: pressetext.com