Epilepsie: Neuer Ansatz kontrolliert Anfälle

Nervenzellen

Nervenzellen: Mausmodelle liefern neue Erkenntnisse (Foto: pixabay.com, geralt)

Theorie zur Neddylierung der Case Western Reserve University bei Mäusen erfolgreich getestet

Cleveland – Forscher der Case Western Reserve University  haben einen neuen Ansatz zur besseren Kontrolle von epileptischen Anfällen entdeckt. Laut Lin Mei, der die Studie mit Mausmodellen geleitet hat, handelt es sich dabei um eine neue chemische Reaktion, die dabei helfen könnte, epileptische Anfälle unter Kontrolle zu bringen. Bei Epilepsie handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der eine abnormale Gehirnaktivität zu Anfällen oder Zeiträumen mit ungewöhnlichem Verhalten, Empfindungen und manchmal dem Verlust des Bewusstseins führt.

Neuronen auf der Spur

Das Gehirn enthält rund 86 Mrd. Nervenzellen, die auch als Neuronen bezeichnet werden. 80 Prozent dieser Zellen, bekannt als erregende Neuronen, senden Botschaften an Nervenbündel, die die Muskeln kontrollieren. Typischerweise werden sie dazu aufgefordert, etwas zu tun. Bei einem gesunden Gehirn wird die Aktivität, die diese erregenden Neuronen auslösen, durch die verbleibenden 20 Prozent der Nervenzellen, die hemmenden Neuronen, kontrolliert.

Mei zufolge ist die Balance zwischen erregenden und hemmenden Neuronen für alles, was wir tun, von entscheidender Bedeutung. “Ist diese Balance gekippt, so dass die erregenden Neuronen sehr aktiv sind, gibt es Probleme. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es zu einer Epilepsie kommt.” Zwei Mechanismen verursachen Epilepsie. Einer ist genetisch, der andere umweltbedingt. Beim Dravet-Syndrom ist der Natriumkanal mutiert und ermöglicht es erregenden Neuronen, fehlzuzünden und epileptische Anfälle auszulösen.

Neddylierung entscheidend

Die Forscher fanden heraus, dass eine chemische Reaktion im Gehirn, die Neddylierung, die Natriumkanäle bei Mausmodellen stabilisiert. Als das Team eine Maus herstellte, der das Protein fehlte, dass für die Neddylierung bei hemmenden Neuronen erforderlich ist, entwickelte das Tier eine Epilepsie. Das überraschende Auftreten der Krankheit brachte die Forscher dazu, den Vorgang der Neddylierung näher zu erforschen. Sie entdeckten schließlich, dass die Neddylierung für den Natriumkanal eine entscheidende Rolle spielt.

Laut Mei gibt es Beweise dafür, dass eine Mutation bei Patienten mit Epilepsie über ein Problem mit der Neddylierung verfügt. Damit liege nahe, dass die Neddylierungs-Theorie auch beim Menschen gilt. Nun sollen Medikamente oder Ansätze gefunden werden, um die chemische Reaktion zu beeinflussen und so den Natriumkanal zu stabilisieren. Die Forscher führen weitere Tests durch, um zu ermitteln, ob die Ergebnisse auch bei anderen Arten von Epilepsie Gültigkeit haben. Details wurden im “Journal of Clinical Investigation” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com