Ein neuer RNA-Test auf SARS-CoV-2 kann Ergebnisse binnen fünf Minuten liefern

Berichten Forscher der University of Birmingham in UK. Beim bisherigen RT-PCR-Test als Goldstandard wird die Virus-RNA mittels reverser Transkriptase in DNA umgewandelt und diese dann mittels PCR zu messbaren Mengen vervielfältigt. Hierzu sind zeitaufwendige Schritte mit Erhitzen und Abkühlen der Probe nötig, was in der Regel etwa eine Stunde dauert. Das neue Verfahren findet komplett in einem Temperaturbereich statt, was viel Zeit spart. Reverse Transkriptase für eine Übertragung der RNA in DNA ist dabei nicht nötig. Genutzt werden vielmehr kurze DNA-Sequenzen („Binder DNA“), die die Virus RNA erkennen und sich damit verbinden. In diesem Fall schneidet ein spezielles Enzym (BstNI) ein Stück aus der „Binder-DNA“. Durch die Aufspaltung wird die Virus-RNA wieder frei und der Zyklus kann sich wiederholen. Gemessen wird schließlich der Menge der Endprodukte. Das Verfahren wurde „Reverse Transcriptase Free EXPAR“ (RTF-EXPAR) getauft. Die Ergebnisse sind allerdings noch nicht begutachtet und nur vorläufig auf dem Preprint-Server. www.medrxiv.org publiziert.

Bei Kindern mit COVID-19 könnten bestimmte Hautsymptome auf einen schweren Verlauf mit dem „Multisystem Inflammatory Syndrome in Children“ (MIS-C) hindeuten. Das berichten US-Forscher der New York University Grossman School of Medicine. Das MIS-C geht mit Schäden an Herz, Lungen, Nieren, Gehirn, Haut, Augen oder gastrointestinalen Organen einher und ist zum Glück sehr selten. Betroffen sind etwa 2 von 100.000 SARS-CoV-2-Infizierte bis 21 Jahre. Die US-Forscher haben sich retrospektiv eine Fallserie von 35 Kindern mit bestätigtem oder vermutetem MIS-C angeschaut. Bei vier von fünf Betroffenen fanden sie assoziierte Hautbefunde wie konjunktivale Injektion, palmar-plantares Erythem, hyperämisierte Lippen, Periorbitalerythem/-ödem, Erdbeerzunge und Liderythem. Seltener traten masern- oder scharlachartige, urtikarielle oder netzförmige Hautausschläge auf, die Lokalisation war dabei sehr unterschiedlich. Das Fazit: Veränderungen an Haut und Schleimhaut sind bei fiebernden Kindern ernst zu nehmen. Sie könnten in Corona-Zeiten durchaus auf ein MIS-C hinweisen, wenngleich sie dafür alles andere als spezifisch sind (JAMA Dermatol 2020, online 9. Dezember). (eo)