E-Zigaretten ebnen Weg in Raucherkarriere

Rauchen

Rauchen: E-Zigarette ist erst der Einstieg (Foto: unsplash.com, Dylan Fout)

Alter bleibt Hauptrisikofaktor für späteren regelmäßigen Konsum von Tabakprodukten

La Jolla – Wer Tabakprodukte, inklusive E-Zigaretten, vor dem 18. Lebensjahr konsumiert, riskiert später als Erwachsener einen täglichen Tabakkonsum. Zu dem Schluss kommt eine Langzeitstudie der University of California San Diego Herbert Wertheim School of Public Health and Human Longevity Science.

Leichtfertiger Einstieg

Personen zwischen zwölf und 24 Jahren, die E-Zigaretten rauchten, konsumierten später drei Mal so wahrscheinlich jeden Tag Zigaretten, so das Ergebnis von 2014. Bei jenen, die angaben, ein Tabakprodukt zu konsumieren, nahm die tägliche Nutzung bis zum 28. Lebensjahr zu. Der tägliche Zigarettenkonsum verdoppelte sich nahezu bei zwölf Prozent der 18- bis 21-Jährigen sowie bei 21 Prozent der 25- bis 28-Jährigen.

Laut Erstautor John P. Pierce handelt es sich bei dieser Studie um die erste, die die Entwicklung zum abhängigen Rauchen von Zigaretten bei jungen Erwachsenen untersucht hat. Den Daten zufolge seien E-Zigaretten das Einfallstor für jene, die zu täglichen Rauchern von Zigaretten werden. “Das Einstiegsprodukt hat sich von Zigaretten zu E-Zigaretten verändert. Das Endprodukt ist aber das gleiche geblieben. Wenn Konsumenten von Nikotin abhängig werden, steigen sie auf Zigaretten um.”

Für die Analyse wurden Daten der Studie “Population Assessment of Tobacco and Health” (PATH) ausgewertet, eine Langzeitstudie zum Tabakkonsum und seinen Auswirkung auf die US-Bevölkerung. Für die PATH-Studie wurde 2013 und 2014 ein national repräsentatives Sample von Personen zwischen zwölf und 24 Jahren rekrutiert. Die Teilnehmer wurden vier Jahre lang jährlich erneut befragt, um die Entwicklung hin zum täglichen Konsum zu untersuchen. Diese Personen gehörten zu einer Gruppe, die mit zwölf Tabakprodukten experimentierte.

Entwicklung nachverfolgt

Im ersten Jahr gaben 45 Prozent der Studienteilnehmer an, dass sie in ihrem Leben zumindest ein Tabakprodukt konsumiert hatten. Mit dem vierten Jahr berichteten 62 Prozent von Experimenten mit Tabak. Von jenen, die je mit Tabak experimentiert hatten, hatten 73 Prozent Zigaretten ausprobiert und 72 Prozent E-Zigaretten. Weiters hatte mehr als die Hälfte Wasserpfeifen und Zigarillos probiert. Traditionelle Zigarren, Zigarren mit Filter, rauchfreie Produkte, Pfeifen und Snus wurden jeweils von mehr als zehn Prozent versucht.

Im vierten Jahr konsumierten zwölf Prozent der Teilnehmer täglich Tabakprodukte. Die Hälfte war nach dem ersten Jahr zu Dauerkonsumenten geworden. 70 Prozent der täglichen Konsumenten rauchten Zigaretten und mit 63 Prozent rauchte der Großteil ausschließlich Zigaretten. Von jenen, die Zigaretten rauchten und ein anderes Tabakprodukt konsumierten, nutzte die Hälfte auch ab und zu E-Zigaretten. Von den 17 Prozent täglicher Konsumenten, die jeden Tag E-Zigaretten rauchten, nutzte fast die Hälfte immer wieder auch Zigaretten. Laut Pierce werden weitere Untersuchungen zeigen, ob diese Tabakkonsumenten weiter beide Produkte nutzen oder sich für eines entscheiden.

Gefahr einer Trendwende

Weniger als ein Prozent der Teilnehmer, die nur mit einem Tabakprodukt experimentierten, rauchten später täglich Zigaretten. Personen, die fünf oder mehr Produkte ausprobiert hatten, erhöhten ihr Risiko, später täglich zur Zigarette zu greifen, um 15 Prozentpunkte. Laut Seniorautorin Karen Messer steht das Ausprobieren von E-Zigaretten und vieler anderer Tabakprodukte vor dem 18. Lebensjahr in einem sehr engen Zusammenhang mit dem späteren täglichen Rauchen von Zigaretten.

“Wir wissen, dass die Nutzung von E-Zigaretten bei älteren Schülern der Highschools, meist unter 18 Jahren, von 38 Prozent im Jahr 2016 auf 45 Prozent im Jahr 2019 zugenommen hat”, weiß Messer. Damit besteht laut der Wissenschaftlerin die Gefahr, dass in Zukunft immer mehr junge Erwachsene in den USA Zigaretten rauchen und damit Jahrzehnte eines rückläufigen Trends wieder umgekehrt werden. Details wurden in “Pediatrics” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com