Depressive Mütter erhöhen Risiko für Kinder

Depression

Depression: Mutter und Kind leiden (Foto: pixabay.com, Free-Photos)

Umfassende Analyse tausender Daten zeigt: Belastung bleibt bis ins Erwachsenenalter bestehen

Bristol – Kinder, deren Mütter während und nach der Schwangerschaft depressiv waren, weisen im Alter von 24 Jahren auch eher depressive Symptome auf, wie eine Studie unter der Leitung der University of Bristol  zeigt. Mit 24 Jahren verfügten junge Menschen, deren Mütter unter pränataler oder postnataler Depression litten, über Depressionswerte, die fast drei Punkte höher waren als beim Nachwuchs von Müttern ohne Depressionen.

5.029 Datensätze analysiert

Die Studie hat auch Depressionen bei Vätern berücksichtigt. Dieses Sample war jedoch sehr klein. Für die Analyse wurden Umfragedaten von 5.029 Personen während eines Zeitraums von 14 Jahren vom 10. bis zum 24. Lebensjahr ausgewertet. Ziel war es herauszufinden, wie sich das Risiko einer Depression während der Kindheit und des Heranwachsens auswirkt.

Beim Nachwuchs von Müttern mit einer postnatalen Depression verstärkten sich die Symptome im Laufe der Zeit. Kinder von Müttern mit einer pränatalen Depression hingegen verfügten insgesamt über höhere Depressionswerte. Dank der Daten der weltweit anerkannten “Children of the 90s”-Studie konnten die Forscher die Muster der depressiven Symptome der Nachkommen, basierend auf den unterschiedlichen Zeitpunkten der mütterlichen Depression, untersuchen und überprüfen – also, ob es Charakteristiken oder Unterschiede gab, wann und für welche Dauer der Nachwuchs von depressiven Müttern selbst depressiv war.

Weitere Studien erforderlich

Laut Erstautorin Priya Rajyaguru zeigt die Studie, dass Kinder von Eltern mit pränataler und postnataler Depression über das größte Risiko verfügen, selbst daran zu leiden. Dieses Risiko scheint durch die Pubertät bis ins frühe Erwachsenenalter bestehen zu bleiben. “Wir haben vor allem auch beim Zeitpunkt der Depression bei Müttern Unterschiede festgestellt.”

Die Daten stammten aus einer Kohorte, die überwiegend weiß war und aus der Mittelklasse stammte. Weitere Studien sind laut Rajyaguru jedoch erforderlich, um weitere Populationen sowie Kontexte wie Erziehungsstil, Peer-Beziehungen und andere Faktoren bei verschiedenen Kulturen zu untersuchen. Die Forschungsergebnisse wurden in “BJPsych Open” veröffentlicht.

2020 hatten Forscher der Universität Heidelberg nachgewiesen, dass bereits Babys von Müttern mit Angstzuständen oder Depressionen stärkere Anzeichen von physiologischem Stress aufweisen als jene von gesunden Müttern (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20200915001).

Quelle: pressetext.com