Darmkrebs: Rotes Fleisch unter 50 risikoreich

Würste

Würste: Darmkrebs nimmt in den USA zu (Foto: pixabay.com, PublicDomainPictures)

Forscher von NYU Langone Health haben Daten von 13 Untersuchungen ausgewertet

New York – Mehrere nicht-genetische Faktoren wie ein größerer Konsum von rotem Fleisch, Alkohol und ein geringeres Bildungsniveau stehen mit einem Anstieg von Darmkrebs bei Personen unter 50 Jahren in Zusammenhang. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von NYU Langone Health. In den USA haben sich die Inzidenzraten bei früh einsetzendem Darmkrebs zwischen 1992 und 2013 fast verdoppelt. Das Gros entfällt auf das Rektum. Rund eine von zehn Darmkrebsdiagnosen betrifft in den USA Personen unter 50 Jahren.

Ernährung entscheidend

Beobachtet wurde dieser Anstieg vor allem bei Personen, die seit den 1960er-Jahren geboren wurden. Davon berichten Studien in den USA, Kanada, Australien und Japan. In gleichen Zeitraum kann es bei der Ernährung der jüngeren Generationen in den Entwicklungsländern zu großen Veränderungen. Zu diesen Veränderungen gehören eine Abnahme des Essens von Obst, Gemüse ohne Kartoffel und an Kalzium reichen Milchprodukten. Dieser Trend ist mit einer Zunahme der verarbeiteten Lebensmittel wie Fleisch, Pizza oder Maccaroni and Cheese und Limonaden verbunden. Die durchschnittliche Aufnahme von Ballaststoffen, Folat und Kalzium ist bei der US-Bevölkerung ebenfalls geringer als empfohlen.

Der Anstieg von früh einsetzendem Darmkrebs ist besorgniserregend, da diese Erkrankungen häufig schlechtere Ergebnisse haben als jene, die bei älteren Menschen diagnostiziert werden. Für die aktuelle Studie haben die Experten die gesammelten Daten von 13 auf der Gesamtbevölkerung basierenden Studien ausgewertet. Die Wissenschaftler untersuchten 3.767 Fälle von Darmkrebs und 4.049 Kontrollen bei Personen unter 50 Jahren sowie 23.437 Fälle von Darmkrebs und 35.311 Kontrollen bei Personen über 50 Jahren.

Anderes Risiko im Alter

Früh einsetzender Darmkrebs steht laut den analysierten Daten mit der nicht regelmäßigen Einnahme von Aspirin, einem größeren Konsum an rotem Fleisch und Alkohol, einem niedrigeren Bildungsniveau, aber auch mit der Abstinenz von Alkohol in Zusammenhang. Es zeigte sich auch, dass eine geringere gesamte Aufnahme von Ballaststoffen in einem engeren Zusammenhang mit Rektalkarzinomen als mit Darmkrebs stand.

Mehrere andere Risikofaktoren bei Darmkrebs neigten zu einem Zusammenhang mit früh einsetzendem Darmkrebs. Dazu gehörten eine Vorgeschichte mit Diabetes sowie eine geringere Aufnahme von Folat, Ballaststoffen und Kalzium. Weder der BMI noch das Rauchen waren im Gegensatz zu den älteren Teilnehmern bei den jüngeren als Risikofaktoren benannt. Die Forschungsergebnisse wurden im “JNCI Cancer Spectrum” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com