“COVID-19 ist eine systemische Erkrankung”

COVID-19-Viren

COVID-19-Viren auf der Oberfläche einer Lungenzelle (Foto: Sandor Nietzsche/UKJ)

Forscher vom Universitätsklinikum Jena untersuchen Gewebeschäden und Viruslast in Organen

Jena – “Klinische Beobachtungen, insbesondere auch die Erfahrungen mit dem Post-COVID-Syndrom legen nahe, dass COVID-19 eine systemische Erkrankung ist, die nicht nur die Lunge, sondern den gesamten Körper betrifft.” Zu dem Schluss kommt Stefanie Deinhardt-Emmer vom Universitätsklinikum Jena (UKJ)  im Zuge einer aktuellen Studie zu Gewebeschäden durch das Coronavirus. Details wurden im Online-Journal “eLife” publiziert.

Gewebeschäden in der Lunge

Um ein umfassendes Bild der Erkrankung bezüglich der Mikrobiologie und Histologie bei sehr schwerem Verlauf zu erhalten, haben die Forscher jeweils nur wenige Stunden nach dem Tod Autopsien an COVID-19-Patienten durchgeführt. So konnten Abbauprozesse an den Geweben und der Virus-RNA gering gehalten werden. Pro Patient dokumentierten sie an über 60 Proben in verschiedenen Organen die Viruslast von SARS-CoV-2, Entzündungsmarker und Gewebeschäden. Mit elektronenmikroskopischen Aufnahmen konnten sie intakte Viruspartikel im Lungengewebe nachweisen.

Wie erwartet fanden die Jenaer Wissenschaftler Virus-RNA vor allem in der Lunge und dort war das Gewebe auch schwer betroffen. “Interessanterweise haben wir SARS-CoV-2-RNA auch in verschiedenen anderen Geweben und Organen, wie Verdauungsorganen, Nieren oder den Herzgefäßen nachgewiesen. Aber nur in der Lunge hatte das Virus das Gewebe angegriffen”, so der Rechtsmediziner und Koautor Daniel Wittschieber. Die untersuchten Entzündungsmarker und Gerinnungsfaktoren waren bei allen Patienten erhöht.

Quelle: pressetext.com