Corona: Maskentragen verstärkt Sozialphobie

Maske

Maske: Rolle von Masken untersucht (Foto: pixabay.com, Orna Wachman)

Emotionale Belastung könnte Störung laut Forschern der University of Waterloo verschlimmern

Waterloo – Menschen mit Sozialphobie dürften laut einer Studie der University of Waterloo  durch das Tragen von Masken während und nach der COVID-19-Pandemie eine verstärkte emotionale Belastung verspüren. Die in “Anxiety, Stress and Coping” veröffentlichten Ergebnisse haben auch für jene Auswirkungen, die in der Vergangenheit nicht unbedingt unter einer sozialen Angststörung gelitten haben.

Fachliteratur analysiert

“Es ist auch möglich, dass viele Menschen, die vor der Pandemie keine soziale Angst hatten, jetzt mehr Angstgefühle empfinden, da wir aus der Pandemie herauskommen und uns eine unsicherere Zukunft erwartet. Das gilt vor allem für soziale Situationen, in den unsere sozialen Fähigkeiten eingerostet sind und die neuen Regeln für ein soziales Engagement erst geschrieben werden müssen”, so Co-Autor David Moscovitch.

Soziale Angst wird durch eine negative Selbstwahrnehmung und die Angst gekennzeichnet, dass das eigene Erscheinungsbild oder Verhalten nicht den sozialen Erwartungen oder Normen entsprechen wird. Eine soziale Phobie ist eine extreme Erscheinungsform, von der bis zu 13 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Die Forscher haben die Fachliteratur in Hinblick auf drei Faktoren analysiert, die, so ihre Hypothese, zur sozialen Angst in Zusammenhang mit dem Tragen von Masken beitragen könnten.

Dabei handelt es sich um Überempfindlichkeit bei sozialen Normen, eine Voreingenommenheit bei der Erkennung von sozialen und emotionalen Signalen des Gesichts sowie eine Neigung, sich zu verstecken. Laut dem leitenden Wissenschaftler Sidney Saint wird das Tragen von Masken bei Menschen mit sozialer Angst wahrscheinlich durch ihre Wahrnehmung von sozialen Normen und Erwartungen beeinflusst. Das könne mit den Richtlinien im Bereich der öffentlichen Gesundheit übereinstimmen und je nach Region und Kontext sehr unterschiedlich sein.

Maske als Schutzschild

Die Studie betont auch, dass Personen mit sozialer Angst Schwierigkeiten dabei haben, mehrdeutige soziale Signale zu erkennen und dazu neigen, sie negativ zu interpretieren. Diese Menschen neigen auch dazu, sich Sorgen zu machen, dass sie unverständlich oder umständlich klingen könnten. “Wir glauben, dass sich beide Probleme wahrscheinlich bei Interaktionen mit Masken verstärken”, heißt es in der Studie.

Möglich sei auch, dass Masken als eine Art der Strategie des Sichverbergens funktionieren könnten, die es Menschen mit Sozialängsten ermöglich, ihre selbst wahrgenommenen Schwächen zu verbergen. Das Verlangen des Sichverbergens könnte bei der Motivation, eine Maske zu tragen, über dem Wunsch, sich vor einer Ansteckung zu schützen, stehen. Für manche Menschen könnte es daher schwer werden, sie abzulegen, wenn sie nicht mehr vorgeschrieben ist. Die Betroffenen könnten auch besonders anfällig auf Zeiten reagieren, in denen sich die Erwartungen beim Maskentragen immer wieder verändern oder darüber selbst eine Entscheidung getroffen werden muss.

Quelle: pressetext.com