Corona erhöht Bereitschaft für Grippeimpfung

Impfung

Impfung: Pandemie verändert Wahrnehmung (Foto: pixabay.com, LuAnn Hunt)

Neue wissenschaftliche Untersuchung hat Daten von Kanadiern über 50 Jahren ausgewertet

Waterloo – Die Pandemie hat laut der University of Waterloo  die Bereitschaft älterer Erwachsener erhöht, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Für die Studie wurden die Umfrageergebnisse von 4.501 Kanadiern über 50 Jahren aus zehn Provinzen analysiert. 20 Prozent der 1.001 Teilnehmer zwischen 50 und 64 Jahren haben nicht erwogen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Durch die Folgen von COVID-19 sei die Wahrscheinlichkeit aber gestiegen. Von dieser Personengruppe berichteten 92 Prozent, im Jahr davor nicht gegen Grippe geimpft worden zu sein.

Geänderte Wahrnehmung

Von den 3.500 Teilnehmern über 65 Jahren gaben acht Prozent an, dass sie ursprünglich nicht geplant hatten, sich impfen zu lassen. Jetzt wäre das aber wahrscheinlicher geworden. Laut der leitenden Wissenschaftlerin Nancy Waite ist die Pandemie ein ernüchternder Beweis für die Gefahren von Infektionskrankheiten. “Wir haben sich verändernde Wahrnehmungen des Wertes von Impfungen gesehen und eine nachgewiesene Veränderung in der Bereitschaft der Menschen, sich impfen zu lassen.”

Teilnehmer, die angaben, sie würden sich gegen Grippe impfen lassen – jene, die es zuvor getan hatten und jene, die es nicht getan hatten – gaben verschiedene Gründe an, die ihre Entscheidung bestärkt hatten. Für manche hat COVID-19 das zerstörerische Potenzial von Viren sichtbar gemacht und das Bewusstsein ausgelöst, dass auch eine Grippe aufgrund der Risikofaktoren, wie etwa zunehmendem Alter, schwere Folgen haben kann. Ein Teil nannte die erhöhten Risiken durch das gleichzeitige Zirkulieren von COVID-19 und Grippe. Andere gaben den Wunsch an, die Anfälligkeit gegen COVID durch einen Schutz gegen Grippe verringern zu wollen.

Keine Gruppe ist ablehnend

Etwas über zwei Prozent der Personen zwischen 50 und 64 Jahren und 0,8 Prozent der Teilnehmer über 65 Jahren äußerten, dass sie, obwohl sie zuvor gegen Grippe geimpft worden waren, während der Pandemie weniger wahrscheinlich eine erneute Impfung in Betracht ziehen würden. Diese kleinere Personengruppe gab als Gründe für die Ablehnung die Angst an, COVID-19 bei der Impfung ausgesetzt zu sein sowie ein vermutetes geringeres Ansteckungsrisiko bei Grippe aufgrund der sozialen Distanzierung. Details wurden in “Vaccines” veröffentlicht.

Quelle: pressetext.com