Corona: Dreckige Luft verschlimmert Verlauf

Luftverschmutzung

Luftverschmutzung: Sie hat eine direkte Auswirkung auf SARS-CoV-2 (Foto: pixabay.com, 995645)

Kanadische Wissenschaftler haben Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon untersucht

Ottawa – Einige Luftschadstoffe, wie bodennnahes Ozon, stehen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 mit schwereren Folgen in Zusammenhang. Dazu gehört auch ein Aufenthalt auf der Intensivstation, wie eine Studie unter der Leitung von Hong Chen von Health Canada  und ICES  zeigt. Um festzustellen, ob es eine Verbindung zwischen der langfristigen Belastung mit Luftverschmutzung und der Schwere von COVID-19 gibt, haben die Wissenschaftler in Ontario die Daten von 151.105 Personen über 20 Jahren mit einer bestätigten Infektion im Jahr 2020 analysiert, die nicht in einer Dauerpflege-Einrichtung lebten.

Intensivstationen beansprucht

Die Forscher haben die historische Belastung mit drei verbreiteten Luftschadstoffen vor der Pandemie modelliert. Dabei handelt es sich um Feinstaub (PM2.5), Stickstoffdioxid (NO2) und bodennahes Ozon (O3). Die Studienautoren berücksichtigten in der Folge den Zeitpunkt der Diagnose, Geschlecht und Alter, den Teil eines Ausbruchs, systemrelevante Mitarbeiter, den sozioökonomischen Status der Umgebung, den Zugang zur Gesundheitsversorgung inklusive früherer Impfungen gegen Grippe, frühere Besuche in der Ambulanz und andere Faktoren.

“Wir haben festgestellt, dass Personen mit einer SARS-CoV-2 Infektion, die in Teilen von Ontario mit höheren Werten von verbreiteten Luftschadstoffen (PM2.5, NO2 und O3) lebten, über ein erhöhtes Risiko eines Aufenthalts auf der Intensivstation verfügten. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, auch als individuelle und kontextabhängige Störfaktoren berücksichtigt wurden. Der Zusammenhang bestand auch dann, wenn die Werte der Luftverschmutzung relativ gering waren”, betont Chen.

Risiko für chronische Leiden

Die Wissenschaftler konnten ein erhöhtes Risiko eines Krankenhausaufenthalts auch bei einer chronischen Belastung mit PM2.5 und O3 feststellen. Eine chronische Belastung mit O3 hat bei COVID-19 zu einem erhöhten Sterberisiko geführt. Die im “Canadian Medical Association Journal” veröffentlichten Forschungsergebnisse bestätigen die Untersuchungen, welche Luftverschmutzung und die Schwere von COVID-19 bereits in anderen Ländern wie Spanien und Mexiko in Zusammenhang gebracht haben.

Quelle: pressetext.com