Bluthochdruck der Mutter erhöht Schlaganfallrisiko

Schwangere

Schwangere: Bluthochdruck schadet dem Kind (Foto: pixabay.com, mvorocha)

Daten von fast sechs Mio. Kindern aus Schweden und Finnland wissenschaftlich ausgewertet

Stockholm – Eine Studie mit 5,8 Mio. Kindern hat vier Jahrzehnte später bei Personen, deren Mutter während der Schwangerschaft unter Bluthochdruck oder Präeklampsie litten, ein erhöhtes Auftreten von Schlaganfällen festgestellt. “Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass hypertensive Erkrankungen während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko von Schlaganfällen und möglicherweise auch Herzerkrankungen bei den Kindern bis zu einem Alter von 41 Jahren in Zusammenhang stehen”, so die leitende Wissenschaftlerin Fen Yang vom Karolinska Institutet.

Ischämische Herzleiden

Frühere Studien haben nahegelegt, dass Kinder, die während der Schwangerschaft hypertensiven Erkrankungen ausgesetzt waren, über ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt, eine fetale Wachstumseinschränkung sowie Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Fettleibigkeit und Diabetes verfügen. Wissenschaftliche Belege für einen direkten Zusammenhang mit einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung stehen jedoch nur eingeschränkt zur Verfügung. Die aktuelle Studie hat sich auf ischämische Herzkrankheiten und Schlaganfälle konzentriert.

Die bevölkerungsbezogene Kohortenstudie hat die nationalen Register von zwei Ländern miteinander verbunden. Lebende Ein-Kind-Geburten in Schweden von 1973 bis 2014 und in Finnland von 1987 bis 2014 wurden bis 2014 auf das Auftreten von ischämischen Herzkrankheiten und Schlaganfällen beobachtet. Hypertensive Erkrankungen während der Schwangerschaft wurden identifiziert. Dazu gehörten hoher Blutdruck, der vor oder während der Schwangerschaft auftrat, und Präeklampsie mit Bluthochdruck sowie einer Organschädigung.

Die Forscher haben daraufhin die Gefahren einer ischämischen Herzkrankheit und eines Schlaganfalls in Bezug auf Bluthochdruck während der Schwangerschaft abgeschätzt. Diese Analysen wurden in Hinblick auf Faktoren angepasst, die diese Zusammenhänge beeinflussen könnten. Dazu gehörten das Jahr, in dem das Kind geboren wurde, das Geschlecht und angeborene Anomalien sowie das Alter der Mutter, Gleichstellung, Familienstand, Ausbildungsstand, BMI, Rauchen während der Schwangerschaft und eine Familiengeschichte mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Vorerkrankungen erkennen

Die Analysen wurden wiederholt, nachdem Kindern mit Frühgeburt oder fetaler Wachstumseinschränkung ausgeschlossen wurden. Beides wurde bereits mit erhöhtem Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in Verbindung gebracht. Analysen der Geschwister wurden durchgeführt, um die möglichen Auswirkungen von nicht festgestellten genetischen und umweltbedingten familiären Faktoren zu kontrollieren. Zu diesen Analysen gehörten Geschwisterpaare, die bei der Belastung und den Ergebnissen nicht einheitlich waren.

Unter den mehr als 5,8 Mio. einzeln geborenen Kindern der Studie wurden 218.322 (3,76 Prozent) von Müttern geboren, die während der Schwangerschaft an einer hypertensiven Erkrankung litten. Während der bis zu 41 Jahre der Nachuntersuchung wurden bei 2.340 (0,04 Prozent) der Kinder eine ischämische Herzkrankheit festgestellt und bei 5.360 (0,09 Prozent) ein Schlaganfall diagnostiziert. Kinder, die einer hypertensiven Erkrankung der Mutter ausgesetzt worden waren, verfügten über ein um retrospektive 29 und 33 Prozent erhöhtes Risiko einer ischämischen Herzkrankheit und eines Schlaganfalls – unabhängig einer Frühgeburt oder fetaler Wachstumseinschränkung.

Bei den Analysen der Geschwister blieb der Zusammenhang beim Schlaganfall bestehen, jedoch nicht bei ischämischen Herzkrankheiten. Laut Yang waren geteilte genetische oder umweltbedingte Faktoren die Hauptfaktoren für einen Zusammenhang zwischen hypertensiven Erkrankungen während der Schwangerschaft und dem Risiko einer ischämischen Herzkrankheit. Das erhöhte Risiko beim Schlaganfall blieb bestehen, das weise auf die Möglichkeit von direkten intrauterinen Auswirkungen hin. Details wurden auf der Tagung “ESC Heart & Stroke 2021” präsentiert.

Quelle: pressetext.com