Antihistaminika helfen Long-Covid-Patienten

Pillen

Pillen: Gängige Medikamente können Long-Covid-Qualen lindern (Foto: Michal Jarmoluk, pixabay.com)

Limitierte Untersuchung der University of California zeigt Besserung schon nach einem Tag

Irvine – Symptome von Allergien lindernde Antihistaminika können möglicherweise auch Long-Covid-Patienten helfen, wie eine Untersuchung der University of California am Standort Irvine  zeigt. Laut Expertin Melissa Pinto leiden diese Menschen noch Wochen und Monate nach dem Abklingen der Infektion an Schmerzen, Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen, Schindelgefühl, Magen-Darm-Beschwerden und allgemeiner Mattigkeit sowie Kraftlosigkeit. Die Vermutung basiert auf den Erfahrungen, die zwei Patienten mit dem Medikament gemacht haben.

Hoffnung für 54 Mio. Menschen

“Patienten sagen uns, dass sie sich mehr als alles andere wünschen, wieder leben und arbeiten zu können wie vor ihrer Infektion mit dem Coronavirus. Sie suchen verzweifelt nach etwas, das ihnen hilft, wieder auf die Beine zu kommen”, so Pinto. Derzeit gebe es keine Therapie für die Krankheit. “Wir probieren einige Medikamente aus, darunter Antihistaminika, die einige Symptome tatsächlich lindern. Das sollte den schätzungsweise 54 Mio. Menschen weltweit, die an Long Covid leiden, Hoffnung geben.”

Konkret handelt es sich um zwei Frauen, die rezeptfreie Antihistaminika einnahmen, um andere Erkrankungen zu behandeln. Die erste Patientin litt nach dem Verzehr von Käse an einer Milchallergie, die zweite griff zu einem Antihistamin, als ihr normales Allergiemedikament alle war. Beide spürten bereits am nächsten Morgen, dass sie geistig beweglicher und körperlich fitter waren. Als eine der beiden Frauen das Medikament absetzte, kamen die Symptome zurück. Daraufhin nahm sie es wieder regelmäßig ein. Nach wenigen Tagen hatte sie 90 Prozent der Fähigkeiten, die sie vor der Covid-Erkrankung hatte, zurückgewonnen. Die zweite Patientin kam nach einer Einschätzung sogar auf 95 Prozent.

Suche nach optimaler Dosierung

Pinto will die keineswegs wissenschaftlich repräsentativen Erfahrungen der beiden Frauen jetzt objektivieren. In einer breiter angelegten Untersuchung will sie gemeinsam mit ihren Kollegen verschiedener amerikanischer Institutionen vor allem die optimale Dosierung herausfinden, um die Folgen durch Long-Covid in den Griff zu bekommen.

Quelle: pressetext.com