Verspätete Tumorbehandlung – 15.000 Euro Schmerzensgeld

Erhebt ein Arzt nicht rechtzeitig bildgebende Befunde (z.B. Kernspintomographie), die einen behandlungsbedürftigen Tumorbefund ergeben hätten, kann dies bei bleibenden Schäden ein Schmerzensgeld von 15.000 Euro rechtfertigen, sofern eine frühere Tumorbehandlung zu weniger schwerwiegenden Folgen geführt hätte. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Hamm. Im vorliegenden Fall stelle die Versäumnis des Arztes, die Beschwerden der Patientin durch bildgebende Verfahren weiter abzuklären, einen groben Behandlungsfehler dar, der zu einer Beweislaustumkehr zugunsten der Patientin führe.

Aktenzeichen: OLG Hamm, 18.02.2015, AZ: 3 U 166/13
Entscheidungsjahr: 2015