Bayern streicht Homöopathie aus Weiterbildungsordnung

80. Bayerischer Ärztetag

Elf Ärztekammern haben die Zusatzbezeichnung Homöopathie bereits aus ihren Weiterbildungsordnungen verbannt. Nun folgt auch Bayern. Nicht jeder ist zufrieden damit.

Bayerischer Zentralverein homöopathischer Ärzte will rechtliche Schritte prüfen

Der Sprecher des homöopathiekritischen Netzwerks Homöopathie, der Weilheimer HNO-Arzt Christian Lübbers, begrüßte die Entscheidung. Sie sei ein „Erdrutschsieg für die Patientensicherheit“. Die Behandlung, die vor allem auf die Gabe von Wirkstoffen in sehr großer Verdünnung setzt, habe keine Wirkung, die über den Placebo-Effekt hinausgehe, so sein Argument. „Es geht nicht darum, den Patienten etwas wegzunehmen. Wir wollen ihnen etwas geben, das ist Ehrlichkeit.“

Der bayerische Landesvorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, der Münchner Internist Ulf Riker, bedauerte das Ergebnis. Bürgerinnen und Bürger hätten bei der Entscheidungsfindung keine Möglichkeit gehabt, sich Gehör zu verschaffen. „Auch homöopathisch tätige Ärzte kamen nur ausnahmsweise zu Wort“, kritisierte Riker. Die Abstimmung sei zwar zu respektieren. „Wir werden allerdings rechtliche Schritte sehr ernsthaft prüfen.“

Wer die Zusatzbezeichnung schon hat, darf sie weiterführen

Von den zuletzt 28.458 in Praxen tätigen Ärztinnen und Ärzten in Bayern haben rund 400 Homöopathie als Zusatzbezeichnung erworben. Sie können diese auch weiter führen. Künftig ist es allerdings nicht mehr möglich, die Zusatzbezeichnung neu zu bekommen.

Quelle: Ärzte Zeitung