Keine kostenlos erteilte ärztliche Beratung im Internet

  1. Eine kostenlos erteilte ärztliche Beratung im Internet ist unzulässig. Es liegt ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor, insbesondere auch gegen § 9 HWG. Hieran ändert auch der Hinweis:
    „Die Informationen unserer Experten ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung und Behandlung. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte persönlich an Ihren behandelnden Arzt.“ nichts.

  2. Das Ärztliche Berufsgericht Niedersachsen führt in einer Entscheidung aus: „ Allgemeine ärztliche Online-Informationen sind zulässig. Wird aber eine spezielle Anfrage zu einem konkreten Gesundheitszustand gestellt und dieser Einzelfall auch speziell beantwortet, liegt eine individuelle ärztliche Beratung vor.“ Dies gilt unabhängig davon, dass im Internet der Nutzer hingewiesen wurde, dass er nur allgemeine Informationen erhalten würde.

1. Aktenzeichen: LG Köln, 08.11.2011, AZ: 81 0 56/11
2. Aktenzeichen: Ärztl.Berufsgericht Niedersachsen, 07.03.2011, AZ: BG 6/11
Entscheidungsjahr: 2011