Behandlungsfehler: Verwendung eines Medikaments im Off-Label-Use

Wenn einem Patienten ein in Deutschland nicht zugelassenes Arzneimittel verabreicht wird, führt dies nicht dazu, dass zwangsläufig ein Behandlungsfehler vorliegt. Dies ist nur der Fall, wenn ein Risiko eingetreten ist, dass dem Medikament spezifisch anhaftet. Der Einsatz von nicht zugelassenen Medikamenten (z.B. Ultracain) ist dann gerechtfertigt, wenn er bei sorgfältiger Prüfung der Vor- und Nachteile des Medikaments im Vergleich zu den zugelassenen Arzneimitteln vertretbar ist und medizinisch-sachlich begründet werden kann.

Aktenzeichen: OLG Stuttgart, 26.07.2011, AZ: 1 U 163/10
Entscheidungsjahr: 2011