Krebs: Frauen leben dank Chemo länger

Chemotherapie

Chemotherapie: mehr Nebenwirkungen bei Frauen (Foto: pixelio.de, NicoLeHe)

Deutliche Unterschiede der Geschlechter bei Speiseröhren- sowie Magenkrebs

London – Frauen mit Speiseröhren- und Magenkrebs leben dank einer Chemotherapie wahrscheinlich länger, leiden während der Behandlung jedoch eher an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Das zeigt eine Analyse von über 3.000 Patienten unter der Leitung des The Royal Marsden NHS Foundation Trust. Diese Ergebnisse könnten dabei helfen, die Behandlung der Patienten besser abzustimmen und jene zu identifizieren, die über ein höheres Risiko von Nebenwirkungen verfügen.

3.265 Patienten analysiert

Für die Analyse wurden Daten von vier bereits veröffentlichten großen randomisierten Studien ausgewertet, die großteils in Großbritannien durchgeführt worden waren. Die Studienteilnehmer wurden vor den OPs zur Entfernung der Tumore mit einer Chemotherapie behandelt. Insgesamt wurden die Daten von 3.265 Patienten ausgewertet. Das Sample bestand aus 2.668 Patienten und 597 Patientinnen.

Laut den analysierten Daten litten die Patientinnen mit zehn Prozent deutlich eher an Übelkeit. Bei den Patienten lag dieser Wert bei fünf Prozent. Beim Erbrechen waren sie mit zehn Prozent versus vier Prozent ebenfalls deutlich häufiger betroffen. Beim Durchfall lag der Prozentsatz bei neun versus vier Prozent. Nach der Krebsbehandlung lebten Patientinnen nach der Krebsbehandlung deutlich länger als Patienten. Im Durchschnitt lag dieser Wert bei fünf Monaten.

Ältere leiden an Neutropenie

Die Forscher haben auch untersucht, ob es Unterschiede abhängig vom Alter gab. Ältere Patienten über 70 Jahren litten während der Chemotherapie deutlich häufiger an einer sogenannten Neutropenie, das bezeichnet eine Abnahme der weißen Blutkörperchen. Weitere Unterschiede beim Überleben nach der Krebserkrankung konnten bei Patienten unter 70 Jahren nicht festgestellt werden.

Laut Hauptautorin Avani Athauda ist bereits bekannt, dass es bei einzelnen Patienten große Unterschiede in der Biologie dieser Krebserkrankungen gibt. Weitere Untersuchungen dieser Unterschiede auf genetischer Ebene seien geplant. Sie könnten helfen, die Unterschiede zu erklären, die bei der gleichen Behandlung zwischen Männern und Frauen auftreten. Allein in Großbritannien erkranken jährlich fast 16.000 Menschen an Speiseröhren- oder Magenkrebs. Zusätzlich sollen Tumorproben der Studienteilnehmer untersucht werden. Ziel ist es, auf molekularer Ebene Marker zu finden, die eine Vorhersage ermöglichen, welche Patienten gut abschneiden werden und welche nicht.

Quelle: pressetext.com