Ictus-Patienten profitieren stark von Robotik

Gehirn im Fokus

Gehirn im Fokus: Ictus-Reha ganzheitlich denken (Foto: pixabay.com, geralt)

Rehabilitationskombination aus Technik und neurotechnologischen Maßnahmen empfohlen

Pisa – Eine Kombination klassischer Rehabilitation mit Roboterunterstützung und moderner Neurotechnologie kann den Weg zur Wiedererlangung der motorischen Fähigkeiten nach einem Schlaganfall bei Ictus-Patienten erheblich erleichtern. Zu dem Schluss kommen das Istituto di Biorobotica della Scuola Superiore Sant’Anna di Pisa  und das Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne.

Beschleunigte Reha

Ictus ist in den westlichen Ländern der weitverbreitetste Auslöser von motorischen Einschränkungen und insgesamt die zweitwichtigste Todesursache weltweit. Allein in Europa haben 3,7 Mio. Patienten mit den Folgen eines Schlaganfalls zu kämpfen, wobei nur ein kleiner Teil seine volle Beweglichkeit wiedererlangt und damit zu einem normalen Leben zurückfindet. „Die Stimulierung des Nervensystems in Verbindung mit moderner Robotertechnik kann die Rehabilitationsfortschritte deutlich beschleunigen“, sagt Projektleiter Silvestro Micera.

Ziel sei eine individuell gestaltete Therapie, bei der tragbare Roboter an die Bedürfnisse des einzelnen Patienten angepasst werden. Dies gelte nicht nur für Ictus-Patienten, sondern generell auch für Patienten mit neurologischen Störungen. „Deshalb geht es jetzt darum, anhand gezielter Forschung die Kenntnis all derjenigen Vorgänge zu verbessern, die die motorische Kontrolle und die neuronale Plastizität steuern“, so der italienische Forscher.

Interdisziplinäre Studie

Die wissenschaftliche Untersuchung ist in Zusammenarbeit mit dem Dipartimento di Elettronica, Informazione e Bioingegneria del Politecnico di Milano durchgeführt worden. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift „Neuron“ unter dem Titel „Advanced Neurotechnologies for the Restoration of Motor Function“  nachzulesen.

Quelle: pressetext.com