„Gefrorene Schulter“: Minimaler Eingriff wirkt

Frozen Shoulder

„Frozen Shoulder“: Schmerz schränkt Patienten ein (Foto: pixelio.de, CFalk)

Erste ambulante Tests des Vascular Institute of Virginia mit Patienten erfolgreich durchgeführt

Woodbridge – Forscher unter der Leitung des Vascular Institute of Virginia  haben eine nicht-operative Therapie zur Verringerung eines fehlerhaften Blutflusses in der Schulter entwickelt. Ziele sind die Schmerzreduktion und die Verbesserung der Funktion bei Patienten mit adhäsiver Kapsulitis. Eine „gefrorene Schulter“ führt schrittweise zu erheblichen Schmerzen und einer Steifheit des Schultergelenks. Allein in den USA sollen dies laut Schätzungen jährlich 200.000 Personen sein.

Arterielle Embolisation

Die Symptome werden oft mit Physiotherapie oder Schmerzmitteln behandelt, bis sie innerhalb von einem bis drei Jahren wieder verschwinden. Laut Forschungsleiter Sandeep Bagla wird den Betroffenen meist geraten durchzuhalten, bis sich ihre Symptome bessern. Da viele Patienten jedoch unter großen Schmerzen leiden und in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind, wollte das Team herausfinden, ob das Behandlungsmodell der Embolisation, das bereits in anderen Bereichen des Körpers durchgeführt wird, eine sofortige und dauerhafte Erleichterung bringen kann.

Bei der klinischen Studie der „Phase II Investigational Device Exemption“ zur arteriellen Embolisation wird ein Katheter durch ein nadellochgroßen Schnitt am Handgelenk eingeführt, der Mikrosphärenpartikel in bis zu sechs Arterien der Schulter einbringen kann und damit die Entzündung verringert. Die Behandlung lässt sich ambulant durchführen und dauert rund eine Stunde. Bei jedem Patienten wurden Schmerz, Beeinträchtigung und Blutfluss in der Schulter vor und nach der Behandlung mittels dreier Maßstäbe festgestellt. Zusätzlich wurden MRT-Aufnahmen der Schulter gemacht.

Deutlich weniger Schmerzen

Die Behandlung wurde bei 16 Patienten erfolgreich beendet, deren Symptome sich bei einer konservativen Behandlung im Laufe von 30 Tagen nicht verbessert hatten. Geringfügige Nebenwirkungen wie eine vorübergehende Verfärbung der Haut wurden von neun Patienten gemeldet. Einen Monat später begleiteten die Forscher den Fortschritt von neun Patienten. Durch die Behandlung verringerten sich die Schmerzen stark. Der Wert lag bei minus 57 auf der Visual Analog Scale. Die körperliche Funktion verbesserte sich bei allen Patienten. Bei der „Single Assessment Numeric Evaluation“ lag der Wert bei 28 und bei 30 beim „American Shoulder and Elbow Surgeons Shoulder Score“. Zusätzliche Fortschritte wurden auch nach drei Monaten festgestellt. Weitere Studien mit mehr Patienten sind geplant.

Quelle: pressetext.com