Frühes Übergewicht bewirkt Blutgerinnsel später

Übergewicht

Übergewicht: Thromboserisiko steigt mit dem Alter (Foto: pixabay.com, kalhh)

Wissenschaftliche Studie hat Daten von über 1,6 Mio. männlichen Schweden ausgewertet

Göteborg – Männer mit einer Vorgeschichte von Fettleibigkeit in den späten Teenager-Jahren verfügen laut einer Studie der University of Gothenburg  später über ein erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln in einem Bein oder der Lunge. Das Risiko nimmt sukzessive zu und ist bei jenen am größten, die als Heranwachsende schwer fettleibig waren.

28 Jahre lange Beobachtung

Ein Thrombus in Bein oder Lunge wird als venöse Thromboembolie (VTE) bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Risiko nimmt mit zunehmendem Alter zu. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Die Erkrankung kann tödlich sein. Das Ausmaß der Schwere der Erkrankung ist jedoch unterschiedlich.

Die aktuelle Studie basiert auf den Daten von 1.639.838 Männern, die zwischen 1969 und 2005 in Schweden ihren Militärdienst abgeleistet haben. Ihr Alter bei der Einberufung war durchschnittlich etwas höher als 18 Jahre. Die Männer wurden über Register zu ihren Patientendaten und Todesursachen weiter beobachtet. Während dieses durchschnittlich 28 Jahre dauernden Zeitraums wurde ein Blutgerinnsel in einem Bein oder der Lunge bei etwas mehr als einem Prozent der Studienteilnehmer erfasst.

Es bestand ein klarer Zusammenhang zwischen dem BMI bei der Einberufung und dem späteren Thromboserisiko. Ein stufenweiser Anstieg des VTE-Risikos wurde auch bei der Gruppe im mittleren und oberen Bereich des BMI mit 20 bis 25 beobachtet. Das Risiko stieg bei den zwei Gruppen mit höherem BMI an. Dazu gehörten die 36.000 Studienteilnehmer mit Fettleibigkeit und schwerer Adipositas.

Risiko nimmt signifikant zu

Bei der fettleibigen Gruppe mit einem BMI zwischen 30 und 35 war das relative Risiko 2,93 im Vergleich mit der Referenzgruppe in der Studie mehr als doppelt so hoch. Bei Teilnehmern mit schwerer Fettleibigkeit fiel das entsprechende relative Risiko mit 4,95 fast fünf Mal so hoch aus. Laut den Forschern haben die im „Journal of Internal Medicine“ veröffentlichten Studienergebnisse auch bei Frauen ihre Gültigkeit.

Forschungsleiterin Katarina Glise Sandblad zufolge wurde der Konnex zwischen VTE und Fettleibigkeit bisher fast nur bei Populationen untersucht, bei denen der BMI erst relativ spät festgestellt wurde. Bis dahin können die Teilnehmer bereits an mit der Fettleibigkeit in Verbindung stehenden Krankheiten wie Krebs leiden, die das Thromboserisiko ebenfalls beeinflussen. Daher bestehe die Gefahr einer Unterschätzung des Risikos durch Fettleibigkeit. „Da Fettleibigkeit und schwere Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger auftreten, wird die Erforschung der Langzeitrisiken immer wichtiger.“

Quelle: pressetext.com