Demenz: Unruhe ohne Pillen besser behandelbar

Helfende Hand

Helfende Hand: Diese ist oft wirksamer als Medikamente (Foto: pixelio.de, Rike)

Kanadische Forscher haben insgesamt 163 Erhebungen wissenschaftlich ausgewertet

Toronto – Therapien ohne Medikamente eignen sich laut einer Studie unter der Leitung des Li Ka Shing Knowledge Institute  besser, um Aggressivität und Unruhe bei erwachsenen Demenz-Patienten zu lindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine in „Annals of Internal Medicine“ veröffentlichte umfangreiche Meta-Analyse. Antipsychotika und Antidepressiva werden wie Sport und Massagen häufig zur Behandlung von neuropsychiatrischen Symptomen eingesetzt.

Risiken durch Nebenwirkungen

Obwohl der Einsatz von Medikamenten nicht ohne Risiko ist, werden Demenz-Patienten weiterhin zahlreiche Medikamente verschrieben. Für die systematische Überprüfung haben die Forscher gemeinsam mit Kollegen der St. Michael’s Hospital-Unity Health Toronto  die Ergebnisse von 163 veröffentlichten randomisierten und kontrollierten Studien in Hinblick auf die Wirksamkeit verschiedener Ansätze zur Behandlung von Aggressivität und Unruhe ausgewertet.

Die Bereiche Multidisziplinäre Versorgung, Massage- und Berührungstherapie, Musiktherapie, Musik in Kombination mit Massagen und Berührungstherapie wurden auf ihre Wirksamkeit mit herkömmlichen Behandlungsansätzen verglichen. Obwohl sich bestimmte pharmakologische Wirkstoffe wie Dextromethorphan-Chinidin und Cannabinoide im Vergleich zu Blindpräparaten oder der herkömmlichen Pflege in der Analyse der Untergruppen als wirksam erwiesen haben, betonen die Autoren, dass den erwiesenermaßen wirksamen, nicht-pharmakologischen Ansätzen der Vorrang gegeben werden sollte.

Abstract der Forschungsarbeit: http://annals.org/aim/article/doi/10.7326/M19-0993

Quelle: pressetext.com