Corona-Sonderregelung für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

Berlin (pag) – Zweimal ist die Corona-Sonderregelung für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen per Telefon verlängert worden – zuletzt bis zum 31. Mai. Eine abermalige Verlängerung lehnt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) jedoch ab. Seine Entscheidung stößt auf Kritik.

Die Patientenvertretung im G-BA fordert am 28. Mai in einem Antrag eine Verlängerung der Sonderregelung um einen Monat bis zum 30. Juni – ohne Erfolg. Marion Rink, Sprecherin der Patientenvertretung im zuständigen Unterausschuss Veranlasste Leistungen, äußert Unverständnis für die Entscheidung: „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum der G-BA nur diese Sonderregelung nicht verlängert und dies mit den allgemeinen Lockerungen in den Bundesländern und einer besseren Ausstattung von Arztpraxen zum Schutz vor Infektionen erklärt.“ Auch wenn Arztpraxen mittlerweile besser mit Materialien zum Infektionsschutz und Hygienekonzepten ausgestattet seien, so erhöhe die Abschaffung der Sonderregelung doch die Ansteckungsgefahr für Risikopatienten, heißt es weiter in einer Mitteilung der Patientenvertretung.

Ebenfalls zu Wort meldet sich der Digitalverband Bitkom. Dieser regt eine Ausweitung der Sonderregelung auf weitere Kommunikationswege an: „Eine Mehrheit von 62 Prozent der Menschen in Deutschland spricht sich dafür aus, dass Krankmeldungen ohne Arztbesuch nicht nur telefonisch, sondern auch digital, etwa per E-Mail, Messenger oder App möglich sein sollten“, teilt der Verband mit. Dies habe eine repräsentative Befragung in den Monaten April und Mai ergeben.

Während eine Krankschreibung per Telefon ab dem 1. Juni nicht mehr möglich sein wird, bleiben andere Corona-Sonderregelungen in Kraft. Ärzten dürfen unter anderem bis einschließlich 30. Juni Medikamente via Telefon neu verordnen. Krankenhäuser können weiterhin ambulante Leistungen für 14 statt sieben Tage verordnen.