Blinddarm-OP erhöht Risiko für Parkinson

Zitternde Parkinson-Hände

Zitternde Parkinson-Hände: Blinddarm-OP hat Einfluss (Foto: pixelio.de, adel)

US-Wissenschaftler haben Datenmaterial von mehr als 62 Mio. Patienten ausgewertet

Cleveland – Patienten, bei denen der Blinddarm entfernt wurde, erkranken laut einer Studie unter der Leitung der Case Western Reserve University  wahrscheinlicher an Parkinson. Für die retrospektive Analyse wurden Daten von mehr als 62,2 Mio. Patienten aus 26 US-Gesundheitssystemen ausgewertet.

Fokus auf Alpha-Synuclein

Laut Forschungsleiter Mohammed Z. Sheriff konzentrieren sich neue Untersuchungen zur Ursache von Parkinson auf Alpha-Synuclein, ein Protein, das im Magen-Darm-Trakt bereits früh zu Beginn der Erkrankung nachgewiesen werden kann. Bisherige Studien zu Appendektomien und Parkinson sind zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen. Einige Studien haben keinen Zusammenhang hergestellt. Eine Untersuchung aus Europa hat ergeben, dass Patienten, bei denen der Blinddarm nicht entfernt wurde, eher an Parkinson erkrankten.

Diesem Widerspruch wollten die Forscher jetzt durch die Auswertung der Daten eines Unternehmens für elektronische Gesundheitsdaten aus Ohio auf die Spur kommen. Die Wissenschaftler analysierten die Patientenakten. Identifiziert wurden jene, bei denen eine Blinddarm-OP durchgeführt und bei denen mindestens sechs Monate später Parkinson diagnostiziert wurde.

Parkinson-Risiko verdreifacht sich

Von den 488.190 Patienten mit einer Appendektomie erkrankten 4.470 oder 0,92 Prozent an Parkinson. Von den verbleibenden 61,7 Mio. Patienten ohne Blinddarm-OP erkrankten nur 177.230 Personen oder 0,29 Prozent. Laut dieser Analyse trat Parkinson nach einer OP drei Mal so wahrscheinlich auf. Ähnliche Risikowerte konnten in allen Altersgruppen unabhängig von Geschlecht oder Rasse festgestellt werden. Laut Sheriff besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Blinddarm, einer OP und Parkinson. Weitere Studien seien erforderlich, um diese Verbindung zu bestätigen und die zugrundeliegenden Mechanismen besser zu verstehen.

Quelle: pressetext.com