Wer fit bleibt, halbiert sein Herzinfarkt-Risiko

Wer fit bleibt, halbiert sein Herzinfarkt-Risiko

Test zur Sauerstoffaufnahme liefert Ergebnisse (Foto: Geir Mogen, ntnu.edu/cerg)

Präzise wissenschaftliche Untersuchung aus Norwegen weist einen direkten Zusammenhang nach

Trondheim – Eine schlechte kardiorespiratorische Fitness erhöht das Risiko eines Herzinfarkts, auch wenn derzeit keine Symptome einer mit dem Lebensstil verbundenen Krankheit bestehen. Zu dem Ergebnis kommen Forscher der Cardiac Exercise Research Group (CERG) der Norwegian University of Science and Technology.

Alter schützt nicht pauschal

„Wir haben eine enge Verbindung zwischen größerer Fitness und geringerem Risiko eines Herzinfarkts und Angina pectoris festgestellt“, so Forschungsleiter Bjarne Nes. Er betont auch, dass sich die Forschungsergebnisse auf jene neun Jahre beziehen, die die Studienteilnehmer nach den ersten Messungen begleitet wurden. „Auch bei Menschen, die gesund zu sein schienen, ist das Risiko bei den körperlich fittesten 25 Prozent nur fast halb so groß wie bei den am wenigsten sportlichen 25 Prozent.“

Zwischen 2006 und 2008 haben die CERG-Forscher die kardiorespiratorische Fitness von 4.527 Männern und Frauen ermittelt, die an der HUNT3-Umfrage in Nord-Trøndelag teilnahmen. Keiner litt an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, Krebs oder Bluthochdruck. Bei den meisten wurde das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in den nächsten zehn Jahren als gering eingestuft. Trotzdem erlitten bis zum Jahr 2017 exakt 147 Personen einen Infarkt oder die Diagnose Angina pectoris. Diese Leiden lassen vermuten, dass die Herzkranzgefäße verengt oder vollständig blockiert sind.

Die Forscher haben die Teilnehmer in Gruppen analysiert, basierend auf ihrer Fitness im Vergleich zu anderen Personen des gleichen Alters und Geschlechts. Ergebnis: Je mehr die Fitness zunahm, desto geringer war auch das Risiko. Die Wechselwirkung blieb auch bestehen, als andere Faktoren berücksichtigt wurden, durch die sich die sportlichsten und am wenigsten sportlichen Teilnehmer unterschieden.

Sauerstoffaufnahme als Beleg

Laut den Experten ist eine der Stärken der Studie, dass die maximale Sauerstoffaufnahme zur Feststellung der Fitness herangezogen wurde. Frühere Studien hatten sich auf weniger genaue Messungen oder die eigenen Angaben der Teilnehmer berufen. Laut Nes handelt es sich bei der maximalen Sauerstoffaufnahme um die präziseste Möglichkeit zur Feststellung der Fitness. Es sei bekannt, dass Patienten mit einer geringen Sauerstoffaufnahme über ein erhöhtes Risiko eines frühen Todes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verfügen. „Unsere Studie belegt, dass eine schlechtere Fitness ein unabhängiger Risikofaktor ist. Das gilt auch für gesunde Frauen und Männer, die relativ fit sind.“

Die im „European Heart Journal“ veröffentlichten Ergebnisse belegen, dass sogar eine geringe Verbesserung der Fitness zur Verbesserung der Gesundheit beiträgt. Für jede Erhöhung der Fitness-Punkte um 3,5, verringert sich das Risiko eines Herzinfarkts oder einer Angina pectoris um 15 Prozent. Die Forscher haben zur Feststellung der Fitness einen Rechner entwickelt, der derzeit auch von den US-Gesundheitsbehörden empfohlen wird: http://ntnu.edu/cerg/vo2max

Quelle: pressetext.com