Vorliegen eines Arbeitsunfalls (Unfallversicherung)

Ein Unfall ist nach dem Gesetz, § 8 Abs.1 S.2 SGB VII, ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, dass zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt. Bei einem Arbeitsunfall muss eine kausale Verknüpfung des Unfalls mit der betrieblichen Sphäre bestehen; also eine Zurechnung für besonders bezeichnete Risiken der Arbeitswelt, für deren Entschädigung die gesetzliche Unfallversicherung einzustehen hat.

Die Kausalität muss auf drei Ebenen vorliegen: Kausalität zwischen ausgeübter Tätigkeit und Unfallereignis, zwischen Unfallereignis und Gesundheitsschaden und zwischen Gesundheitsschaden und länger andauernden Unfallfolgen.
Auch das Zurücklegen des mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der Tätigkeit ist eine versicherte Tätigkeit. Der Weg von oder zur Arbeitsstätte muss daher von dem Vorhaben des Versicherten geprägt sein, seine versicherte Tätigkeit aufzunehmen; das Handeln des Versicherten muss daher zur betrieblichen Tätigkeit gehören.

Wegen Fehlens des inneren Zusammenhangs besteht daher kein Versicherungsschutz, wenn das Zurücklegen mehr als zwei Stunden unterbrochen wird oder wenn der Antritt des Weges wegen einer Privatsache um mehr als zwei Stunden verzögert wird.

Es liegt auch kein Versicherungsschutz vor, wenn der Versicherte bei einer rein privaten Veranstaltung Geschäftsfreunde trifft oder die Hoffnung hat, er könnte neue geschäftliche Beziehungen herstellen. Dies ist nicht der betrieblichen Sphäre zuzuordnen.

Aktenzeichen: LSG Berlin-Brandenburg, 12.04.2011, AZ: L 3 U 238/09
Entscheidungsjahr: 2011