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Ist ein Krankenhaus zur Aufklärung über eine Versagerquote bei einer Sterilisation verpflichtet?


Eine Patientin will sich sterilisieren lassen und geht in eine bekannte Frauenklinik in Hamburg. Kann die Patienten von den Ärzten verlangen, dass man ihr die Versagerquote mitteilt, die für diese Eingriffe innerhalb des Krankenhauses gelten.

Rechtsanwalt Godehard Diep antwortet:
In einer Entscheidung in 2014 hat das OLG Hamm geurteilt:
Ein behandelndes Krankenhaus haftet dann nicht für eine nach einer Sterilisation eingetretene, ungewollte Schwangerschaft, wenn die behandelte Patientin über eine verbleibende Versagerquote zutreffend informiert worden ist.
In der Schwangerschaft könne sich die auch bei einer fachgerechten Sterilisation verbleibende Versagerquote schicksalhaft realisiert haben. Der behandelnde Arzt hatte mündlich zutreffend auf eine Versagerquote von 4 in 1.000 Fällen hingewiesen habe. Für die gebotene therapeutische Aufklärung sei das ausreichend. Die Patientin wisse dann, dass das Risiko einer Schwangerschaft in dem genannten Promillebereich fortbestehe und sie weitere Verhütungsmaßnahmen ergreifen müsse, wenn sie einen einhundertprozentigen Sicherheitsstandard anstrebe.

Oberlandesgericht Hamm, 17.06.2014 - AZ: 26 U 112/13

 

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