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Integrierte Versorgung



Neben der „normalen“ ambulanten vertragsärztlichen Versorgung besteht seit einigen Jahren die Möglichkeit, dass Krankenkassen mit bestimmten Vertragspartnern Verträge schließen, die entweder die Versorgung von Versicherten über verschiedene Leistungssektoren (z.B. ambulant / staionär / Reha) zum Inhalt haben oder eine interdisziplinär fachübergreifende Versorgung.

 

 

 

Vertragspartner der Kassen für solche sog. IV-Verträge können insbesondere sein:

  • einzelne zugelassene Vertragsärzte oder –zahnärzte
  • sonstige zur Versorgung von Versicherten nach dem SGB V berechtigte Leistungserbringer
  • Gemeinschaften der oben Genannten
  • Träger zugelassener Krankenhäuser, stationärer Vorsorge- und Reha-Einrichtungen und ambulanter Reha-Einrichtungen bzw. deren Gemeinschaften
  • Träger von Medizinischen Versorgungszentren bzw. deren Gemeinschaften

Zur Förderung der integrierten Versorgung konnten Krankenkassen bis 2008 Mittel aus den an die Kassenärztlichen Vereinigungen zu zahlenden Gesamtvergütungen und aus den Rechnungen der Krankenhäuser einbehalten, soweit diese zur Umsetzung von IV-Verträgen erforderlich sind (sog. Anschubfinanzierung). Hierzu waren eine Vielzahl von Prozessen anhängig, die überwiegend von Kassenärztlichen Vereinigungen gegen Krankenkassen geführt werden, weil nach Auffassung der KVen Mittel einbehalten wurden, ohne dass die gesetzlichen Voraussetzungen nach Ansicht der KVen vorlagen. Die meisten dieser Verfahren sind inzwischen abgeschlossen und es hat sich gezeigt, dass in einer nicht unerheblichen Zahl der Fälle die Anschubfinanzierung von den Kassen zu Unrecht einbehalten worden war, weil keine „integrierte Versorgung“ im Sinne des Gesetzes vorlag oder die Vertragspartner der Kassen den gesetzlichen Vorgaben nicht entsprachen. In diesen Fällen musste das Geld an die KVen zurückgezahlt werden.

Nach einem Bericht der Gemeinsamen Registrierungsstelle zur Unterstützung der Umsetzung des § 140d SGB V über die Entwicklung der integrierten Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland 2004 – 2008 waren nach dem Stand vom 30.6.2009 2.038 Verträge mit einem Vertragsbeginn ab dem 1.4.2007 und einem Vertragsende am oder nach dem 31.12.2008 gemeldet. Das Vergütungsvolumen lag bei 128.926.000 € und es waren 278.256 Versicherte beteiligt.

Integrierte Versorgungsmodelle werden für eine Vielzahl von Krankheitsbildern angeboten. Die Vernetzung ist insbesondere für besondere Behandlungsprozesse geeignet, an denen mehrere medizinische Leistungserbringer unterschiedlicher Fachbereiche aus Praxis und Klinik beteiligt sind. Schwerpunkte waren nach dem o.g. Bericht der Registrierungsstelle Erkrankungen von Muskeln, Skelett und Bindegewebe, Erkrankungen des Kreislaufsystems, Erkrankungen des Nervensystems und psychische Erkrankungen.

Welche Verträge zur Integrierten Versorgung von den Krankenkassen angeboten werden, können Sie unter www.krankenkassenratgeber.de/iv.php sehen. Diese Informationen beruhen auf Angaben der Krankenkassen.

Ärztliche Kooperationen

 

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