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Algorithmus erkennt Bluthochdruck-Patienten

Lästige Langzeitmessung wird dank sicherer Prognose überflüssig

Blutdruckmessung: Tool prognostiziert sicher

Oxford/Birmingham - Jedem Zweiten mit Verdacht auf Bluthochdruck bleibt dank einer neuen Software eine 24-Stunden-Messung erspart. Entwickelt haben sie Forscher der Universitäten Oxford  und Birmingham. Das Tool arbeitet mit einem ausgeklügelten Algorithmus, der das Ergebnis eines Langzeittests vorhersagt. Nötig dazu sind lediglich drei Messungen in einem gewissen Abstand.

Weniger Diagnose-Aufwand

"Das Prognosewerkzeug macht eine schnelle Entscheidung möglich, ob ein Patient wegen Bluthochdrucks behandelt werden oder weiterhin nur beobachtet werden muss", sagt Forschungsleiter James Sheppard. "Wir fanden heraus, dass unser Ansatz Patienten mit Bluthochdruck, die behandelt werden müssen, präzise herauspickt. Der Diagnose-Aufwand reduziert sich." Das Tool ist hier https://sentry.phc.ox.ac.uk/proof-bp kostenlos erhältlich.

Die Langzeit-Blutdruckmessung lässt ein normales Leben kaum noch zu. Alle 20 Minuten pustet sich die Manschette am Oberarm auf und lässt dann langsam die Luft wieder ab. Am Tag ist das noch halbwegs erträglich. Doch an Schlaf ist nicht zu denken. Bisher gibt es jedoch keinen anderen Weg, Bluthochdruck eindeutig zu diagnostizieren, weil er stark schwankt. Er ist abhängig von körperlicher Belastung, Stress, Nervenanspannung und anderen Faktoren. Eine einzige Messung ergibt nur Zufallsdaten. Genau hier soll die Innovation das Leben erleichtern.

Tool liegt fast immer richtig

Die Forscher verglichen die Daten von 2.000 Langzeit-Blutdrucktests mit denen von drei Einzelmessungen in einer Klinik. Auf dieser Basis entwickelten sie in vielen kleinen Schritten den Algorithmus, der den wahren Blutdruck errechnet. Sie überprüften ihn an 887 Patienten, bei denen der Verdacht bestand, dass sie an Bluthochdruck litten. Beteiligt waren zehn Arztpraxen und ein Hospital in England. Alle Patienten musste sich einem Langzeittest unterziehen.

Parallel dazu gaben die Ärzte die Daten von drei Einzelmessungen in das Prognose-Tool ein. Dazu fragt die Software nach Alter, Geschlecht und Gewicht des Patienten sowie danach, ob bereits Bluthochdruck diagnostiziert wurde oder Kreislauf-Probleme bestehen. In nahezu allen Fällen waren die Ergebnisse gleich. Jeder vierte Patient, der nach drei Einzelmessungen Bluthochdruck zu haben schien, wurde sowohl vom Tool als auch nach einem Langzeittest als gesund identifiziert. Ihnen blieb damit eine Behandlung mit häufig vielen Nebenwirkungen erspart.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: Bernk Kasper, pixelio.de

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