medical text online

 

Farben, Lacke und Lösungsmittel steigern MS-Risiko

Vor allem viele Raucher mit genetischer Vorbelastung besonders betroffen

Lösungsmittel: MS-Risiko steigt drastisch an

Stockholm - Personen, die Farben, Lacken und anderen Lösungsmitteln ausgesetzt sind und über Gene verfügen, die sie anfälliger für Multiple Sklerose (MS) machen, haben laut Forschern des Karolinska Institutet  ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko als jene, die nur in einem der beiden Bereiche belastet sind.

Gefahr für Ex-Raucher

Personen mit Kontakt zu Farbe, Lack und anderen Lösungsmitteln erkranken 50 Prozent wahrscheinlicher an MS als Menschen, die nicht mit diesen Substanzen in Berührung gekommen sind. Der Kontakt mit Lösungsmitteln führt bei Personen, die über diese Gene verfügen, dazu, dass sie sieben Mal so wahrscheinlich an MS erkranken. Das Risiko ist bei ehemaligen Rauchern sogar noch größer. Raucher mit Kontakt zu Lösungsmitteln und MS-Genen erkranken 30 Mal so wahrscheinlich wie jene, die nie geraucht haben, keinen Kontakt mit Lösungsmitteln hatten und über keine genetischen Risikofaktoren verfügen.

Laut Studienautorin Anna Hedström handelt es sich dabei um signifikante Wechselwirkungen, bei denen die Faktoren in Kombination viel größere Auswirkungen haben als für sich allein genommen. Weitere Studien seien erforderlich, um zu verstehen, wie diese Faktoren interagieren, um dieses Risiko entstehen zu lassen. "Es ist möglich, dass der Kontakt mit Lösungsmitteln und das Rauchen eine Rolle bei Entzündungen und Irritationen der Lunge spielen, die zu einer Immunreaktion führen", so Hedström. Für die Studie haben die Forscher 2.042 Personen analysiert, bei denen in Schweden kürzlich MS diagnostiziert wurde. Ihnen wurden 2.947 Personen gleichen Alters und Geschlechts gegenübergestellt.

Weitere Studien nötig

Mittels Bluttests wurde ermittelt, ob die Teilnehmer über zwei menschliche Leukozyten-Antigen-Genvarianten verfügten. Eine der beiden Varianten erhöht das Risiko, an MS zu erkranken, die andere senkt es. Die Teilnehmer wurden auch gefragt, ob sie in Kontakt mit organischen Lösungsmitteln, Farben oder Lacken gekommen waren und je geraucht hatten. In der Gruppe ohne eines der MS-Gene, die Nichtraucher waren oder keinen Kontakt mit Lösungsmitteln hatten, litten 139 Personen an MS und 525 nicht.

In der Gruppe mit den MS-Genen und Kontakt mit Lösungsmitteln aber ohne zu rauchen, hatten 34 Personen MS und 19 nicht. In der Gruppe, bei der alle drei Faktoren zusammenfielen, hatten 40 Personen MS und fünf nicht. Die Forscher haben zudem festgestellt, dass die MS-Gene und der Kontakt mit Lösungsmitteln gemeinsam für ein geschätztes Risiko von 60 Prozent, an MS zu erkranken, verantwortlich sind. Die Ergebnisse wurden in "Neurology" veröffentlicht.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: pixelio.de, Tim Reckmann

Weitere News

Broschüre „Diagnose-Verfahren bei Alzheimer

Düsseldorf, 6. September 2018 - Eine verlässliche Alzheimer-Diagnose ist aufwendig und kann nur von einem Arzt gestellt werden. Studien zeigen,...  >>

Checkliste Diäten und Ernährungsformen

Diäten gibt es wie Sand am Meer. Und auch wenn eigentlich jeder weiß, dass Crashkuren nur kurzfristig etwas bringen, taucht...  >>

Schwangerschaft: TdaP-Impfung erhöht Autismus-Risiko nicht

Oakland - Eine Studie von Kaiser Permanente  hat nachgewiesen, dass eine Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten vor der Geburt...  >>

Geheimnis der Immunabwehr entschlüsselt

Lund - Forscher der Lund University  haben gemeinsam mit Kollegen in Kopenhagen und Singapur sichtbar gemacht, wie genau sich der...  >>

Forscher klären Alzheimer-Schutz im Gehirn

Galveston - Forscher der University of Texas Medical Branch at Galveston  haben jetzt entdeckt, warum manche Menschen mit Gehirnmarkern für...  >>

 

 

© medical text Dr. Hermanns, München, 2017 Impressum | Kontakt | Partner - Referenzen | Verlinkungsregeln | Disclaimer