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„Rivelin“: Pflaster gegen Mundgeschwüre entwickelt

Steroide direkt bei Verletzungen - Haltbarkeit auf feuchten Oberflächen

Pflaster an der Innenseite der Wange bleibt haften

Sheffield - Ein neues medizinisches Pflaster namens "Rivelin", das auf der Innenseite des Mundes klebt, könnte die Behandlung von Erkrankungen in diesem Bereich, wie schmerzhafte und wiederkehrende Geschwüre, revolutionieren. Gemeinsam mit Dermtreat A/S  haben Forscher der University of Sheffield  das Pflaster mit speziellen Polymeren versehen, sodass es an feuchten Oberflächen haftet. Details wurden in "Biomaterials" veröffentlicht.

Alternative zu Cremes

Das Pflaster setzt Steroide direkt an Geschwüren oder Verletzungen frei und schützt gleichzeitig den betroffenen Bereich. Damit wird der Heilungsprozess beschleunigt. Vor allem für viele Erkrankungen der Schleimhaut wie oraler Lichen planus und eine wiederkehrende aphthöse Stomatitis. Diese Leiden führen zu schmerzhaften Läsionen. Betroffen sind ein bis zwei Prozent der Bevölkerung.

Bis jetzt wurden Geschwüre und Läsionen im Mund mit Cremes oder Mundspülungen behandelt. Sie wurden im ganzen Mund eingesetzt und zielten nicht auf einen bestimmten Bereich ab. Dadurch wurde ihre Wirksamkeit eingeschränkt. Das biologisch abbaubare Rivelin verfügt über eine lange Haftbarkeit und große Flexibilität. Es entspricht laut den Forschern daher der Oberfläche im Inneren des Mundes.

Mehr Lebensqualität als Ziel

Laut Forschungsleiter Craig Murdoch haben chronische Entzündungen und die damit einhergehenden Läsionen erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität. Tests mit Patienten hätten gezeigt, dass das Pflaster sehr angenehm sei. Zusätzlich wurde die lange Haltbarkeit positiv bewertet. Dermtreat A/S hat kürzlich 17,7 Mio. Dollar (rund 15 Mio. Euro) vom Venture-Capital-Unternehmen Sofinnova erhalten. Diese Finanzierung wird klinische Studien der Phase II ermöglichen, die in den USA und Großbritannien durchgeführt werden. Dermtreat selbst finanziert weitere Forschungen an der University of Sheffield. Ziel ist es, weitere Pflaster zu entwickeln, die zusätzliche Medikamente enthalten.

Quelle: www.pressetext.com, Foto: sheffield.ac.uk

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