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BVMed: Risikobewertung ist für die Produktauswahl bei Dekubitus entscheidend

Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses

Berlin | Zur anstehenden Fortschreibung der Produktgruppe 11 "Hilfsmittel gegen Dekubitus" des Hilfsmittelverzeichnisses durch den GKV-Spitzenverband hat das Dekubitus-Forum des BVMed gefordert, dass die Auswahl des richtigen Produktes über eine Risikobewertung erfolgen muss. "Die Dekubitusgrade dürfen dabei keine Rolle spielen. Angaben zu den Graden sollten komplett aus der PG 11 gelöscht werden", sagte die Hilfsmittel-Expertin des BVMed, Daniela Piossek. Die Auswahl des richtigen Antidekubitus-Hilfsmittels sei entscheidend für eine hochwertige und zuverlässige Versorgung des betroffenen Patienten, so der BVMed.

Zentrales Defizit im Hilfsmittelverzeichnis sei bislang, dass der GKV-Spitzenverband von den Herstellern für die Eingruppierung seiner Produkte Leistungsangaben zur Eignung der Hilfsmittel für Dekubitusgrade fordere. Es gebe aber keinen Zusammenhang zwischen Dekubitusgrad und den Materialeigenschaften eines Antidekubitus-Systems. Vielmehr handele es sich bei der Gradangabe um die Beschreibung eines Hautdefektes. Der Dekubitusgrad habe demnach nichts mit den vom Hersteller genannten technischen Merkmalen beispielsweise eines Antidekubitus-Sitzkissens zu tun.

Zu den weiteren Forderungen des BVMed gehören unter anderem, dass alle offenen "N.N.-Nummern" im Hilfsmittelverzeichnis definiert werden und es für die Interpretation der Testergebnisse ein Whitepaper geben müsse, da die bisher angegebenen Testwerte zu irreführenden Interpretationen und Nutzungen geführt haben. Der BVMed regt zudem Anreize für Innovationen an, beispielsweise unterstützende Features, die Informationen zur besseren Dekubitus-Versorgung sammeln oder kommunizieren. Um die Auswahl des richtigen Produktes zu erleichtern, sollten bei der Gliederung des Verzeichnisses neben den Wirkweisen zudem auch unterschiedliche Funktionsweisen, wie die Positionierung bei den Sitzkissen, berücksichtigt werden.
Unter Dekubitus versteht man ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den chronischen Wunden. Dekubitus stellt eine der größten Herausforderungen dar, mit denen sich die Medizin bei der Pflege immobiler Patienten auseinandersetzen muss. Betroffen sind in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen.

Mehr Informationen zum Thema gibt es unter www.bvmed.de/dekubitus

Quelle: Manfred Beeres M.A. Leiter Kommunikation/Presse BVMed - Bundesverband Medizintechnologie Reinhardtstr. 29 b D - 10117 Berlin, Internet: http://www.bvmed.de

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